Generation Y – Jung und unbeschwert?

Die Jahre zwischen 20 und 30 gelten als die schönsten im Leben. Tatsächlich erleben viele junge Menschen diese Zeit aber als extrem anstrengend: Gerade bei jungen Erwachsenen nehmen psychische Erkrankungen derzeit überproportional zu. Was sind die Gründe?

Generation Y – Jung und unbeschwert?

Die Jahre zwischen 20 und 30 gelten als die schönsten im Leben. Tatsächlich erleben viele junge Menschen diese Zeit aber als extrem anstrengend: Gerade bei jungen Erwachsenen nehmen psychische Erkrankungen derzeit überproportional zu. Was sind die Gründe?

Hannah Horvath will Schriftstellerin werden. Unbedingt. Aber dafür braucht sie Geld, schließlich muss die 25-Jährige ja irgendwie ihre Miete bezahlen. Doch die Eltern möchten die Selbstfindung ihrer Tochter nicht finanzieren. Ein paar Dollar schieben sie ihr noch über den Tisch, dann soll Hannah endlich erwachsen werden. Hannah Horvath ist die Hauptfigur der preisgekrönten US-Fernsehserie Girls. Gespielt von Drehbuchautorin Lena Dunham, trifft dieser fiktionale Charakter wie kaum ein anderer das Lebensgefühl vieler Twentysomethings. Irgendwo zwischen Teenagerzeit und Erwachsenwerden steckengeblieben, driftet die Mittzwanzigerin ein bisschen haltlos und selbstbezogen durch ihr Leben. In einem Alter, in dem die Elterngeneration längst Job und Kinder hatte, weiß sie schlichtweg nicht, wohin die Reise gehen soll. Einen Job finden? Einen Partner finden? Sich selbst finden?

Wer bei jungen Erwachsenen heute nachfragt, wie es ihnen geht, erfährt oft, dass sie ihr Leben ganz ähnlich empfinden – als anstrengend bis schwierig. Jugendlich sind sie längst nicht mehr, aber erwachsen fühlen sie sich auch noch nicht. Entwicklungsaufgaben, die früher als typisch für die Adoleszenz galten – wie die Ablösung vom Elternhaus, die Entwicklung einer eigenständigen Identität, die Entscheidung für eine berufliche Laufbahn –, beschäftigen sie noch bis weit in die Zwanziger hinein. Den richtigen Weg zu finden ist schwierig: Die unzähligen Möglichkeiten, die ihnen nach Abitur oder Ausbildung vermeintlich offenstehen, empfinden die meisten als eher belastend denn bereichernd. „Das Leben unserer Großeltern prägten Kriege. Die Generation unserer Eltern war wenigstens in ihrer Jugend mit politischen Haltungen verbunden. Wir müssen uns selbst überlegen, was wir gut finden und was wir wann erlebt haben wollen“, schreibt der Neon-Autor Oliver Stolle über die Jahre zwischen zwanzig und dreißig. „Und so leben wir im Taumel scheinbar unbegrenzter Möglichkeiten mehrere Leben auf Probe.“

Kaum verwunderlich also, dass sich die typischen Marker des Erwachsenseins in den vergangenen fünfzehn Jahren nachweislich stark verschoben haben. Die Psychoanalytikerin und Jugendforscherin Inge Seiffge-Krenke stellte in Studien fest, dass die Nachfolger der Generation X – die sogenannten...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2017: Wie tickt dieser Mensch?
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