Die Gedanken sind frei! Wie lange noch?

Der Jurist Roberto Andorno und der Bioethiker Marcello Ienca fürchten: Neurowissenschaften und Neurotechnologie könnten eines Tages genutzt werden, um unsere Gedanken anzuzapfen. Um dieser Gefahr zu begegnen, schlagen die Wissenschaftler vier grundlegend neue Menschenrechte vor

Die Gedanken sind frei! Wie lange noch?

Der Jurist Roberto Andorno und der Bioethiker Marcello Ienca fürchten: Neurowissenschaften und Neurotechnologie könnten eines Tages genutzt werden, um unsere Gedanken anzuzapfen. Um dieser Gefahr zu begegnen, schlagen die Wissenschaftler vier grundlegend neue Menschenrechte vor

Herr Andorno, Herr Ienca, die Vorstellung, dass jemand unsere Gedanken lesen und kontrollieren könnte, ist eine absolute Horrorvorstellung für die Menschheit.

Roberto Andorno: Ja, unser Geist, unsere Gedanken- und Vorstellungswelt und inneren Überzeugungen sind die letzte Bastion der Privatsphäre, Selbstbestimmung und persönlichen Freiheit. Man kann Leute einsperren und ihren Körper kontrollieren, ihr Geist bleibt trotzdem unantastbar und geheim. Die neurowissenschaftliche und neurotechnologische Revolution könnte dieses letzte Refugium im Sinne einer Gedankenkontrolle angreifen und es ernsthaft gefährden. Dagegen sollten wir uns mit neuen Menschenrechten wappnen.

Neurowissenschaftliche Revolution und Gedankenkontrolle: Übertreiben Sie da nicht etwas?

Marcello Ienca: Also, die neurowissenschaftliche Revolution ist real. Da gibt es für mich keinen Zweifel. Wir sehen in den USA, auch unter der Trump-Regierung, massive Anstrengungen, das Gehirn zu erforschen. Die Europäische Union steckt ebenfalls viele Milliarden Euro in die Erforschung des Gehirns. Hinzu kommen die Investitionen der einschlägigen Hightechfirmen im Digitalsektor.

Aber das Eindringen in die Gedankenwelt, das Abhören und die Beeinflussung unserer mentalen Information, wie Sie es nennen, scheint mir doch noch reichlich futuristisch zu sein.

Ienca: Um es klar zu sagen: Heute kann noch niemand Gedanken aus der Kommunikation der Nervenzellen unseres...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2017: Selbstsabotage
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