Wo haben wir nur unseren Kopf

Keine leichten Zeiten für unsere Konzentration: Die digitale Ära überflutet uns mit Reizen und zwingt uns zum Multitasking. Wie können wir unsere Aufmerksamkeit zurückerobern?

Wo haben wir nur unseren Kopf

Keine leichten Zeiten für unsere Konzentration: Die digitale Ära überflutet uns mit Reizen und zwingt uns zum Multitasking. Wie können wir unsere Aufmerksamkeit zurückerobern?

Um uns herum herrscht Chaos. Zehn Minuten Facebook-Newsfeed, und wir erfahren in Echtzeit von Entgleisungen im US-Präsidentschaftswahlkampf und 50-spurigen chinesischen Superstaus. Wir wissen, dass zu viel Regen Südindien überschwemmt und zu wenig davon Kalifornien austrocknet. Krieg, überall Krieg, der Untergang der Welt. Bachelors und Dschungelcamper. Warum die Grenzen dicht und warum sie offen sein müssen. Und warum wir ohne das neue Trendgemüse nicht mehr leben sollten.

„Unsere Gehirne sind so beschäftigt wie nie zuvor. Wir werden überfallen von Fakten, Pseudofakten, Geplapper und Gerüchten, die sich alle als Informationen ausgeben“, schreibt der amerikanische Neurowissenschaftler Daniel J. Levitin in seinem aktuellen Buch The organized mind. „Herauszufinden, was man wissen muss und was man ignorieren kann, ist mühsam.“ Dass die verfügbaren Informationen im Internet unendlich sind, macht den Verarbeitungsprozess noch vertrackter. Denn wenn eine Information es schafft, unsere höhere Aufmerksamkeit zu erwecken, dann klicken wir uns durch widersprüchliche Quellen, müssen Glaubwürdigkeiten verteilen und schließlich entscheiden, wann wir uns mit dem nie je vollständigen Wissen zufriedengeben wollen. Irgendwann ist unser Gehirn wie ein volles Glas Wasser, das mit jedem zusätzlichen Tropfen einfach überläuft.

Das menschliche Gehirn ist laut Levitin darauf ausgelegt, sämtliche verfügbaren Informationen hungrig aufzusaugen. Das führt zu einem Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeitsreserven, denn die sind begrenzt. Herauszufinden, welche Informationen wichtig sind und welche nicht, ist Aufgabe der...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2016: Viel zu tun
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