Eltern, lasst die Lehrer machen!

Lehrkräfte an Grundschulen wissen ein Lied davon zu singen: Zunehmend mischen sich Eltern in das Schulgeschehen ein, kritisieren Unterrichtsmethoden und das Verhalten der Pädagogen. Sie wollen für ihr Kind nur das Beste. Und erreichen das Gegenteil. Denn die Kinder profitieren nicht vom Engagement ihrer Eltern

Eltern, lasst die Lehrer machen!

Lehrkräfte an Grundschulen wissen ein Lied davon zu singen: Zunehmend mischen sich Eltern in das Schulgeschehen ein, kritisieren Unterrichtsmethoden und das Verhalten der Pädagogen. Sie wollen für ihr Kind nur das Beste. Und erreichen das Gegenteil. Denn die Kinder profitieren nicht vom Engagement ihrer Eltern

Drei Punkte werden von Grundschullehrerinnen und -lehrern immer wieder genannt, wenn es um berufliche Belastungen geht: die zunehmende Bürokratisierung ihres Arbeitsfeldes, die neben der Unterrichtsvor- und -nachbereitung viel Zeit kostet, die Zunahme verhaltensauffälliger oder -gestörter Kinder, die sich im Klassenverband kaum noch führen lassen, und schließlich – als historisch vollkommen neues Phänomen – die intensive Einmischung von Eltern in das schulische Geschehen. Geht es um emotionale Belastungen im eigenen Beruf, so steht dieser letzte Punkt ganz oben auf der Liste. Elterliche Einmischungen ins Schul- oder Unterrichtsgeschehen sind jedoch nicht nur zu einem Problem für Lehrkräfte geworden, sie haben auch Auswirkungen auf das emotionale und seelische Gleichgewicht der betroffenen Kinder.

Es ist relativ neu, dass Eltern von Grundschulkindern meinen, sie könnten das schulinterne Geschehen angemessen beurteilen und sich aktiv einschalten. Dafür lassen sich mehrere Ursachen finden. So fördert etwa die heutige Schulgesetzgebung die Konfrontationsbereitschaft vieler Eltern, da sie von „Mitarbeit der Eltern“ und von „Elternarbeit“ der Schulen redet; Eltern missverstehen dann oft ihre eigene Rolle und halten sich für eine neue pädagogische Kontrollinstanz des schulischen Fachpersonals. Ebenso können eigene ungelöste Autoritätskonflikte heutiger Eltern zu Konflikten mit den Lehrkräften ihrer Kinder führen.

Das Kind muss vor Inkompetenz und Willkür geschützt werden

Worum geht es den Eltern? In den meisten Fällen kreisen ihre Angriffe um Leistungseinschätzungen beziehungsweise Noten, die das eigene Kind bekommen hat, und um pädagogische Regulierungen oder Sanktionen, die Lehrerinnen bei...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2016: Heimat finden
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