Mein Auto!

Das Auto ist eines der wichtigsten Kulturgüter der Deutschen. Wie sehr es unsere Gesellschaft prägt, ist vielen nicht bewusst. Was macht uns so abhängig?

​Das Auto ist ein intimer Rückzugsort. Es hat Bedeutungen weit über seine Transportfunktion hinaus. © Mario Wagner

Mein Auto!

Das Auto ist eines der wichtigsten Kulturgüter der Deutschen: Wir lieben und bewundern unsere Fahrzeuge. Wie sehr sie unsere Gesellschaft prägen, ist den meisten nicht bewusst. Was macht uns so abhängig?

Illustration zeigt ein Auto in einem Bett
​Das Auto ist ein intimer Rückzugsort. Es hat Bedeutungen weit über seine Transportfunktion hinaus.

Die folgenden drei Vorschläge dienen einem besseren Verkehr und beruhen alle auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Beobachten Sie sich: Was macht es mit Ihnen, wenn Sie sie lesen?

1. Tempo 30 in Städten, 80 auf Landstraßen und 130 auf Autobahnen, zur Verhinderung Tausender tödlicher Unfälle; 2. ein Verbot von ineffizienten Gelände- und Sportwagen zum Schutz der Umwelt; 3. eine Umwidmung innerstädtischer Straßen zugunsten des Fahrradverkehrs, für mehr urbane Lebensqualität.

Protestiert Ihr Bauchgefühl bei diesen Ideen, oder reagieren Sie sogar stark verärgert? Dann sollten Sie mehr über unsere Bindung ans Auto erfahren.

Schon seit der Erfindung der ersten Fahrzeuge ist diese Beziehung eine besondere, und sie wird mit Fortschreiten der Geschichte mehr und mehr emotional aufgeladen (siehe Kasten auf Seite 68). Heute ist das Auto für viele Menschen Teil ihrer Identität – man geht mit ihm auf Partnersuche oder misst sich mit Rivalen. Mit dem Auto kann man rebellieren gegen gesellschaftliche Konventionen oder den starken Staat, Gemeinschaft finden oder Herausforderungen suchen.

Viele der symbolischen und affektiven Funktionen des Autos sind biologisch motiviert. In einer Welt, in der wir uns in vielen Situationen nur im Wagen begegnen, wird das Fahrzeug zum Spiegel des Fahrers. In einem massigen Bentley mit breiter Front vermuten wir einen wohlsituierten, schon...

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2018: Akzeptieren, wie es ist
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