Reden mit Rechten

Wie wir auf rechtspopulistische oder gar rechtsextreme Äußerungen in unserem Umfeld reagieren können

Politische Diskussionen in Familien oder unter Freunden können schnell in Konflikte münden. © Richard Klippfeld

Reden mit Rechten

Wie wir auf rechtspopulistische oder gar rechtsextreme Äußerungen in unserem Umfeld reagieren können

Eine Bekannte hörte überrascht, wie ihr Nachbar erklärte, der Holocaust habe nicht stattgefunden. Der Kollege eines Freundes befand, der Islam „unterwandert die deutsche Gesellschaft“. Ein älterer Verwandter empfahl seinem 16-jährigen Enkel ein Buch aus einem Verlag, der ein wegen Volksverhetzung verbotenes Werk veröffentlicht hatte. Bei einem Ehepaar, beide mit akademischem Hintergrund, engagiert sich einer der Partner seit längerer Zeit bei der AfD und kandidiert für das kommunale Parlament.

Seit einigen Jahren werden rechtslastige, populistische Meinungen von einer wachsenden Minderheit bis in die Mitte der Gesellschaft hinein immer offener geäußert, schreiben die Psychologin Beate ­Küpper, Professorin für soziale Arbeit an der Hochschule Niederrhein, und der Sozialpsychologe Andreas Zick, Direktor des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, in einem Aufsatz. Die Forscher beziehen sich dabei auf die sogenannte „Mitte-Studien“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, die seit 2006 und zuletzt 2016 politische Einstellungen der Bevölkerung untersucht. Rechtspopulistisch zu argumentieren, so die Studie, sei „salonfähiger“ geworden. Es kann also häufiger passieren, dass man auch dort auf rechtspopulistische Äußerungen stößt, wo man nicht damit rechnet: in der eigenen Familie und dem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis. Wie reagiert man darauf am besten?

Unterschiedliche Moralvorstellungen

Zunächst ist es hilfreich zu verstehen, warum politische Diskussionen in Familien oder unter Freunden schneller in Konflikte münden können als Gespräche etwa über den Beruf. Der Psychologe Tobias Rothmund, Juniorprofessor an der Universität...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 10/2018: Geschwister
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