Die andere Schule

Wie geht das, ein guter Lehrer sein? In ihrem Buch „Lob den Lehrer*innen“ fordert Ulrike Kegler alle, die mit Schule befasst sind, zum Umdenken auf.

Ulrike Kegler ist Leiterin der Montessori-Oberschule Potsdam, die als eine der erfolgreichsten Schulen Deutschlands gilt. Keglers neues Buch Lob den Lehrer*innen widmet sie all den mutigen unter ihnen. „Schule ist Beziehung!“ lautet der erste Satz ihres Vorwortes und „Ersetzen wir doch den Stundenplan durch einen Studienplan“ ein weiterer. Im ersten Teil „Bildung ist Beziehung“ beschreibt die Autorin das Lehrerdasein heute und vergleicht dabei die Rolle des Lehrers im konventionellen Schulsystem und an ihrer Schule. Lehrermangel, Digitalisierung und Migration sieht sie als Chance und Treibstoff für Veränderungsprozesse.

Weitere Themen sind die Kooperation der Lehrkräfte untereinander, mit den Eltern sowie zwischen Schulleiterin und Kollegium. Im zentralen Kapitel „Intuition, Vertrauen, Ehrlichkeit: Eine Schule leiten“ skizziert Ulrike Kegler Schulleitung im Wandel von der Obrigkeitsschule hin zu einem Ort der Inspiration und des kreativen Austauschs. Zum Schluss erfahren wir einiges aus dem Werdegang der Autorin von der Grundschulzeit bis zur Montessori-Ausbildung. Darin spielen Persönlichkeiten und ihre Einflüsse, die man „in seiner persönlichen Biografie spürt“, die zentrale Rolle.

Menschen sind stets wichtige Lehrmeister für uns, meint Ulrike Kegler, so wie sie selbst für ihre Leser einer ist. Lob den Lehrer*innen ist ein engagiertes, unterhaltsames Sachbuch – eine Aufforderung zum Umdenken an alle, die mit Schule befasst sind.

Ulrike Kegler: Lob den Lehrer*innen. Wer Beziehungen stärkt, macht Schule gut. Beltz, Weinheim 2018, 240 S., € 17,95


Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2019: Vom Glück, Verantwortung zu teilen
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