„Diese Arzneimittel sind nicht für Gesunde gedacht“

Frauen bekommen deutlich mehr Psychopharmaka und Schlafmittel verschrieben als Männer. Sind sie das psychisch kränkere Geschlecht? Nein, sagt der Pharmakologe Gerd Glaeske. Er kritisiert die unbesonnene Verschreibungspraxis und glaubt, dass die Medizin immer noch männlich dominiert ist

Herr Glaeske, in den 1950er Jahren kamen in Deutschland Psychopharmaka auf den Markt. Welchen Einfluss hatte das auf das gesellschaftliche Klima?

Grundsätzlich kann man sagen, dass damals Menschen mit psychischen Erkrankungen durch die neuen Arzneimittel die Möglichkeit bekamen, ambulant behandelt zu werden, sich freier zu fühlen und außerhalb von Klinikmauern zu wohnen und am Leben teilzunehmen. Ich habe selbst in den 1960er Jahren Praktika in psychiatrischen Kliniken gemacht und war…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2016: Mitten im Leben
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