Der Mut, sich treu zu bleiben

Wer sich selbst etwas erlauben will, was bislang zu kurz kam, braucht Disziplin und Mut, sagt Renate Daimler, Coach und Beraterin, im Interview.

Wer sich selbst wichtig nehmen will, braucht Mut © Linda Wölfel

„Jeder ist für seine eigene Erlaubnis ­verantwortlich“

Disziplin und Mut sind notwendig, wenn man sich selbst wichtig nehmen will, sagt die Autorin Renate Daimler. Sie spricht aus eigener Erfahrung. Denn erst spät hat sie sich die Realisierung eines wichtigen ­Traumes erlauben können

Frau Daimler, Sie haben ein bewegtes, buntes Leben. Sie waren Radiomoderatorin, Sie schreiben Bücher, sind erfolgreiche systemische Beraterin und haben mit über sechzig eine Weiterbildung zum Outdoor-Guide gemacht. Das klingt, als hätten Sie kein Problem damit, sich etwas zu erlauben. Und doch hat das Thema Sie intensiv beschäftigt. Warum?

Es ist wirklich verrückt. Ich war immer davon überzeugt, dass ich eine durch und durch selbstbestimmte Frau bin, die tut, was ihr gefällt. Ich hielt mich für eine Expertin in Sachen Erlaubnis und dachte, ich könnte anderen zeigen, wie es geht, und mich selbst außen vor lassen. Aber dann musste ich mir eingestehen, dass ich selbst eine Menge Handlungsbedarf habe und mir nicht erlauben konnte, weniger zu arbeiten. Ich sehnte mich nach mehr Zeit für mich, aber ich wusste nicht, wie das praktisch geht. Weniger tun? Nicht mehr alle Aufträge annehmen? Halbe Tage im Kalender blocken? Das erschien mir unmöglich. Mit meinen Klienten arbeite ich in der Beratung oft an ihren alten Überzeugungssystemen, mit denen sie sich im Weg stehen. Meine eigenen hatte ich erfolgreich ausgeblendet.

Auf welche Überzeugungen sind Sie gestoßen, die Ihnen bis dahin nicht bewusst waren?

„Nur, wer arbeitet, darf essen.“ „Nur wer leistet, wird geliebt.“ Mir wurde klar, dass diese Sätze so tief in mich eingegraben sind, dass ich mein ganzes Leben lang geackert habe. Und es gibt noch...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2018: Das erlaube ich mir!
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