Was uns auf die Palme bringt – und wie wir wieder runterkommen

Aufregungen sind unvermeidbar. Aber wenn wir vier wichtige Gelassenheitskiller entschärfen, stören sie nur kurzfristig unser seelisches Gleichgewicht

Was uns auf die Palme bringt – und wie wir wieder runterkommen

Aufregungen sind unvermeidbar. Aber wenn wir vier wichtige Gelassenheitskiller entschärfen, stören sie nur kurzfristig unser seelisches Gleichgewicht

Gelassener sein, sich nicht so schnell aufregen, ruhig bleiben, wenn andere hektisch werden – wir glauben längst zu wissen, wie das geht: tief durchatmen, bis zehn zählen, entspannende Atemübungen machen, regelmäßig Yoga, Tai-Chi oder Meditation praktizieren. An theoretischem Wissen mangelt es uns nicht, doch in der Praxis versagt dieses Wissen meist. Eher selten gelingt es uns, in stressigen Situationen den Blutdruck unten zu halten. Warum ist Gelassenheit so schwer zu erreichen?

Möglicherweise halten uns zwei Denkfehler davon ab: zum einen verstehen wir unter Gelassenheit meist einen Zustand, bei dem es vor allem darum geht, Ärger und Zumutungen mit Gleichmut zu begegnen. Unruhe, Nervosität, Selbstzweifel sollten gar nicht erst aufkommen. Solche Seelenruhe aber gelingt höchstens buddhistischen Mönchen und vielleicht noch sehr Meditationserfahrenen – aber niemandem, der mitten im Alltagstrubel seinen Mann oder seine Frau stehen muss.

Ein weiterer Denkfehler besteht darin, dass wir, wenn wir nach Gelassenheit streben, als Ziel einen Dauerzustand anpeilen. Doch eine durch und durch gelassene Gemütsverfassung kann es nicht geben. „Wir sind anfällig für Aufregung, weil unser Selbstwertgefühl abhängig ist von der Zuwendung und dem Wohlwollen anderer, weil sich die Dinge in unserer physischen Welt immer wieder gegen uns verschwören werden“, schreiben die Autoren des Buches Calm, das von der Londoner School of Life herausgegeben wurde. Deshalb ist die Akzeptanz der Tatsache, dass wir jederzeit unsere Gelassenheit verlieren können, ein erster wichtiger Schritt. Wenn wir dann trotz emotionalen Aufruhrs in der Lage sind, die Gelassenheitskiller zu identifizieren und zu verstehen, was uns in Aufruhr versetzt hat, werden wir nicht nur mit den Herausforderungen besser fertig – wir werden auch ruhiger. Wie kann das konkret gelingen?

1. Absichten und Motive erkennen

Eine Bemerkung hat uns verletzt, das Verhalten eines Freundes erleben wir als gedankenlos oder übergriffig, die Nichtbeachtung durch einen Vorgesetzten als bewusste Kränkung. Doch wir sind oft schlecht darin, die Motive der anderen zu erkennen, wir...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2017: Gelassen bleiben
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