Mitten im Leben - Was es heute bedeutet, erwachsen zu sein

Schluss mit lustig! Sobald man erwachsen ist, gibt es nur noch Pflichten und Verantwortung, die unbeschwerten Zeiten sind vorbei. Woher kommt dieses Negativbild? Und warum werden die Vorzüge des Erwachsenseins so wenig gesehen?

Mitten im Leben - Was es heute bedeutet, erwachsen zu sein

Schluss mit lustig! Sobald man erwachsen ist, gibt es nur noch Pflichten und Verantwortung, die unbeschwerten Zeiten sind vorbei. Woher kommt dieses Negativbild? Und warum werden die Vorzüge des Erwachsenseins so wenig gesehen?

Spät ist es geworden, man trinkt noch ein letztes Glas in der Freundes- und Bekanntenrunde und diskutiert über das Leben. Plötzlich sagt eine der Freundinnen: „Ich möchte euch was fragen, bitte antwortet spontan. Wie alt fühlt ihr euch eigentlich?“ Die Reaktionen sind überraschend: „Ich fühl mich wie einundzwanzig.“ „Ich bin grad sechzehn.“ „Ich kann das Jahr nicht sagen, aber ich fühl mich erwachsen.“

Eine Aussage, die aufhorchen lässt. Denn Positives über das Erwachsensein äußern wenige. Das Unbehagen am Erwachsensein hat sich fast wie ein Virus ausgebreitet. Viele verbinden damit Anpassung und Leben im Hamsterrad. Die Vorzüge dieses Lebensabschnittes werden unter den Tisch gekehrt. Warum ist das so? Und: Wann sind wir überhaupt erwachsen?

„Nach einer verbreiteten Ansicht heißt erwachsen sein, auf die eigenen Hoffnungen und Träume zu verzichten, die Grenzen, die uns die Realität setzt, zu akzeptieren und sich mit dem Leben abzufinden, das weniger abenteuerlich, interessant und bedeutsam ist, als man zu Beginn annahm“, schreibt die Philosophin Susan Neiman in ihrem Buch Warum erwachsen werden? (Hanser, 2015). Träume begraben, sich dem Realitätsprinzip unterordnen – wer will da schon erwachsen werden, wenn man sich „in Augenblicken großer Ehrlichkeit“ eingestehen muss, dass einen das Leben betrogen hat? „Ich wollte nie erwachsen sein“, singt Peter Maffay und beklagt, dass er seine Träume „unten auf dem Meeresgrund“ liegen sieht.

Susan Neiman analysiert in ihrem Buch, woher das negative Image des Erwachsenseins kommt, und stellt fest: Es ist nicht einfach, das Niemandsland des Peter Pan zu verlassen. Man braucht Standfestigkeit und Energie, um in der verkindlichten Gesellschaft erwachsen zu sein.

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2016: Mitten im Leben
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