Wir müssen reden

Es gibt Themen, die uns unangenehm sind und die wir am liebsten unter dem Deckel halten. Wenn wir uns zu einem schwierigen Gespräch durchringen, kann das befreiend sein. Aber Vorsicht: Offenheit ist nicht an sich gut

Wir müssen reden

Es gibt Themen, die uns unangenehm sind und die wir am liebsten unter dem Deckel halten. Wenn wir uns zu einem schwierigen Gespräch durchringen, kann das befreiend sein. Aber Vorsicht: Offenheit ist nicht an sich gut

Angeblich leben wir in einer Kultur, in der man über alles offen reden kann. Wir sind so durchpsychologisiert, dass es doch ein Leichtes sein müsste, über Probleme offen und vernünftig zu sprechen. Aber dem ist in Wirklichkeit bei weitem nicht so. Wenn es um intime Fragen oder sogenannte Tabuthemen geht, tun wir uns erstaunlich schwer. Offenheit und Ehrlichkeit sind propagierte Ideale, denen wir nur zu gerne folgen würden. Und doch neigen die meisten Menschen dazu, gewisse Dinge nicht anzusprechen.

„Es gibt keine Zahlen darüber, wie viele Menschen ein Problem mit sich tragen, das sie beunruhigt, einengt, deprimiert, quält, ihnen Schuldgefühle verursacht, Beziehungsstörungen auslöst, ihr Leben bestimmt“, schreibt der Psychotherapeut Uwe Böschemeyer. Aber vermutlich sind es viele, die „es“ einfach nicht über die Lippen bringen.

„Es“ kann dabei vieles sein: der Geiz des Partners, den man kaum erträgt; der Seitensprung, den man gerne beichten würde, aber es nicht wagt; sexuelle Wünsche, von denen man glaubt, der andere würde sie nicht akzeptieren können; die heimlich erfolgte Abtreibung, derer man sich schämt; die Angst des schwer Erkrankten vor dem Tod; schwarze Flecken in der Herkunftsfamilie, die einen belasten.

Die Motive für das Schweigen sind vielfältig. Je nach Schwere des Themas hindern Schamgefühle oder Stolz einen Menschen daran, den Mund aufzumachen. Oder Angst. Man will den anderen nicht verletzen, fürchtet, ihn zu verlieren, wenn er die Wahrheit erfährt. Psychologen und...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2016: Eigensinn
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