Was für ein Typ bin ich?

Menschen in Typen aufzuteilen: Das ist ein zwar kurzweiliges, aber unwissenschaftliches Hobby. So dachte man lange. Inzwischen aber ist dieser Ansatz in der Psychologie wieder im Kommen. Drei Typen hat die Forschung identifiziert: resiliente, überkontrollierte und unterkontrollierte Persönlichkeiten

Was für ein Typ bin ich?

Menschen in Typen aufzuteilen: Das ist ein zwar kurzweiliges, aber unwissenschaftliches Hobby. So dachte man lange. Inzwischen aber ist dieser Ansatz in der Psychologie wieder im Kommen. Drei Typen hat die Forschung identifiziert: resiliente, überkontrollierte und unterkontrollierte Persönlichkeiten

Ach Gomez“, seufzt der triefäugige Fester und schaut voller Bewunderung zum gegelten Haupt seines Bruders auf, „ich möchte so sein wie du: ein Schleimer!“ Der Angesprochene, der sich treffend charakterisiert fühlt, reagiert sichtlich verlegen und geschmeichelt ob des hohen Lobs. Selbst in der Addams Family, dieser Kinosippe liebenswerter Monster, teilt man einander gern in Typen ein. So wie wir das alle ständig tun.

„Das ist echt eine Narzisstin, ein Grobian, eine Mimose, ein Partylöwe …“ Wenn wir von Mitmenschen reden, greifen wir oft zu solchen Etiketten, wir sortieren uns gegenseitig in beschriftete Kartons. Typologien sind vielleicht so alt wie die Menschheit, mit Bestimmtheit reichen sie bis zu den Griechen zurück. Bei Theophrast, einem Schüler des Aristoteles, hieß der Schleimer „Schmeichler“ und war einer von 30 Charaktertypen. Der römische Arzt Galen kam, angelehnt an die Viersäftelehre des Hippokrates, mit vier Grundtypen aus: dem Sanguiniker (heiter und aktiv), dem Phlegmatiker (heiter, aber träge), dem Melancholiker (ebenfalls träge, dazu trübsinnig) und dem Choleriker (aktiv und missgestimmt). In der frühen Neuzeit wies Giovan Battista della Porta seinen Zeitgenossen je nach deren Gesichtsform den passenden Charakter zu, und noch Anfang des 20. Jahrhunderts machte Ernst Kretschmer das Temperament am Körperbau fest: gemütstumbe Athletiker, fröhliche Pykniker und empfindsame Leptosomen.

Doch mit dem Siegeszug der empirischen und experimentellen Psychologie kamen Typenlehren aller Art im Lauf des vergangenen Jahrhunderts mehr und mehr in Verruf. Mit ihrer „steinigen Historie“ galten sie nunmehr als unwissenschaftlich, „belastet mit einem Vermächtnis methodisch fragwürdiger,...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2015: Gemeinsam glücklich
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