Der Wunsch zu schreiben

Immer mehr Menschen verspüren den Wunsch, selbst Texte zu verfassen – über sich und ihr Leben oder über eine Fantasiewelt, die sie selbst entwerfen. Wieder andere schreiben Gedichte. Woher rührt dieses Bedürfnis? Und wohin führt es?

Der Wunsch zu schreiben

Immer mehr Menschen verspüren den Wunsch, selbst Texte zu verfassen – über sich und ihr Leben oder über eine Fantasiewelt, die sie selbst entwerfen. Wieder andere schreiben Gedichte. Woher rührt dieses Bedürfnis? Und wohin führt es?

Die Klage, es werde viel zu viel geschrieben, hörte man schon zu Zeiten, da eine überschaubare Anzahl von Schreibenden für eine deutliche Mehrheit von Lesern aktiv war. Sie ist jetzt noch lauter geworden, denn dieses Verhältnis scheint sich gegenwärtig umzukehren. Besorgte Beobachter vermuten, dass es vielleicht schon mehr Schreibende als Lesende gibt, und fragen, wo diese Entwicklung hinführen soll. Wird Schreiben etwa für immer mehr Menschen zu einem Selbstzweck? Wenn ja, so muss das keineswegs bedeuten, dass sie darauf verzichten, gelesen zu werden.

Inzwischen sind sie überall, die Schreibenden. Noch immer meist unsichtbar in ihren vier Wänden, geben sie sich aber auch zunehmend im öffentlichen Raum zu erkennen. Sie sitzen mit ihren ausgebreiteten Papieren in Cafés oder haben ihre Laptops auf Schwimmbadwiesen und in Parks geöffnet. Sie bleiben in der Fußgängerzone stehen, zücken ein Notizheft und tragen etwas ein. Sie finden Förderer und Gleichgesinnte und arbeiten in Gruppen, in denen sie sich wechselseitig der Kritik stellen. Sie schreiben nicht mehr bloß für die Schublade. Sie entdecken sich gegenseitig und verstehen ihr Schreiben als Passion. Und sie suchen den Erfolg, denn das eine schließt das andere nicht aus.

Selbstverständlich existiert in dieser Szene inzwischen eine mehrspurige Ausbildungsstrecke. Kurse im kreativen Schreiben werden von spezialisierten Trainerinnen und Trainern im ganzen Land angeboten und von Interessierten aller Altersstufen genutzt. Nicht wenige Menschen träumen schon lange…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2017: Nichts zu bereuen!
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