Prekäre Beschäftigung nimmt zu

Immer mehr Menschen haben unsichere Jobs, vor allem Frauen sind davon betroffen. Christine Wimbauer kennt die Gründe

Junge Frau im Business-Outfit sitzt auf dem Boden, angelehnt an der Wand
Erschöpft und verzweifelt: Vor allem Frauen haben oft mehrere Jobs – und trotzdem wenig Geld. © Getty Images

Frau Professor Wimbauer, was bedeutet ­prekäre Beschäftigung genau?

Zu den prekären Beschäftigungen gehören Teilzeitjobs, Minijobs und alle Tätigkeiten mit einem befristeten Arbeitsvertrag. Betroffene arbeiten beispielsweise als Putzkräfte, oder sie sind Servicemitarbeiter in Gaststätten und Hotels. Sie erhalten häufig nur den Mindestlohn. Diese Jobs sind oft nicht durch Sozialversicherungsbeiträge abgesichert, die Beschäftigten sind ohne Schutzrechte, ohne Arbeitslosenversicherung, ohne Krankenversicherung. Als prekär Beschäftigte gelten auch Leiharbeiter und Scheinselbständige. Und schließlich zählen Soloselbständige dazu, wie beispielsweise die Kurierfahrer.

Und wie viele Menschen sind betroffen?

Man schätzt, ein Fünftel bis ein Drittel aller Erwerbstätigen in Deutschland sind prekär beschäftigt, Tendenz steigend. Prekäre Arbeit ist traditionell eine Frauendomäne, als Hinzuverdienerinnen, als Teilzeitbeschäftigte oder geringfügig Beschäftigte ist das für sie fast Normalität. Mittlerweile dehnt sich die prekäre Beschäftigung aber immer mehr auch auf Männer aus.

Wie sieht das Leben der Betroffenen aus?

Erst einmal müssen diese Menschen mit geringen Einnahmen leben. Oft heißt das auch, dass sie im Alter schlecht abgesichert sind. Insgesamt leben sie in Unsicherheit. Sie können keinen Urlaub planen, sie wissen vielleicht nicht einmal, wovon sie in den nächsten Jahren die Miete bezahlen sollen. Es herrscht viel Angst bei prekär Beschäftigten.

Hinzu kommt: Dass heute so viele Menschen von prekärer Arbeit betroffen sind, hat auch Auswirkungen auf diejenigen, die in einer Normalbeschäftigung sind. Sie empfinden oft einen hohen Druck, viele machen sich Sorgen. Sie meinen, wenn sie nicht täglich über 100 Prozent im Job geben, werden...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2018: Heilkraft Meditation
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