Warum wir lieben, wie wir lieben

In der Sexualität ist heute vieles erlaubt, was früher tabu war oder sogar als „pervers“ galt. Als therapiebedürftig gilt vielen Experten nur noch, was Leidensdruck erzeugt oder anderen schadet. Doch wie entstehen überhaupt „besondere“ sexuelle Vorlieben? Und wie veränderbar sind sie?

Warum wir lieben, wie wir lieben

In der Sexualität ist heute vieles erlaubt, was früher tabu war oder sogar als „pervers“ galt. Als therapiebedürftig gilt vielen Experten nur noch, was Leidensdruck erzeugt oder anderen schadet. Doch wie entstehen überhaupt „besondere“ sexuelle Vorlieben? Und wie veränderbar sind sie?

Jahrelang hatte die Frau, die wir Miriam Kempe nennen wollen, ihrem Mann nichts von ihren Fantasien erzählt. Nichts von den Schlägen, die sie sich vorstellte. Nichts von der Lust, die sie bei der Vorstellung empfand, vergewaltigt zu werden. Die sie erregte, aber noch mehr verstörte und für die sie sich schrecklich schämte. Was ihr im Kopf herumgeisterte, passte nicht dazu, wie sich die starke Geschäftsfrau selbst sah. Schon als Kind hatte sie sich ausgemalt, geschlagen zu werden und gehorchen zu müssen. Als sie sich ihrem Mann schließlich anvertraut, zerbricht dessen romantische Idealvorstellung. Er fragt sich: Habe ich eine Perverse geheiratet?

Nach langen quälenden Gesprächen kommen die beiden überein: Miriam darf ihre Sehnsucht nach Unterwerfung mit anderen ausleben. Einzige Bedingung: kein Geschlechtsverkehr. Ein erfahrenes SM-Paar bringt ihr bei, nach den festen Regeln des BDSM – Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism – zu gehorchen. Miriam lernt Symbole und Rituale. Nach der ersten Sitzung denkt sie: „Genau das hat mir gefehlt!“ Sie hat den Sex gefunden, nach dem sie sich gesehnt und den sie lange verdrängt hatte.

Woher kommt Miriams Lust an der Unterwerfung? Warum liebt es der eine hart und die andere zart? Wie entsteht das, was der Sexualwissenschaftler John Money als lovemap bezeichnet hat, nämlich jene individuelle Ausstattung, die steuert, wie und mit wem wir Sex haben wollen? Ist sie im Erbgut...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2015: Den Alltag managen
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