Der lange Weg zur guten Stiefmutter

Eine Partnerschaft einzugehen, in der schon Kinder vorhanden sind, ist nicht einfach. Wie schafft man eine gute Beziehung? ► zum Artikel

Eine blonde Frau mit Brille sitzt mit ihren Stiefkindern am Tisch und hilft bei den Hausaufgaben
An der Stiefmutterrolle kann die eigene Persönlichkeit wachsen. Das sei sozusagen ein kostenloses Persönlichkeitscoaching. © Getty Images/Catherine Falls Comercial

Nach mehreren Monaten ihrer Beziehung stand für Katja und Jochen eine Premiere an: Am Wochenende würde sie seine Kinder kennenlernen. „Ich war so aufgeregt, aber wir hatten uns ein ziemlich überzeugendes Programm überlegt“, erzählt die 38-jährige Duisburgerin. „Vom Zoo übers Eisessen und für den Abend noch die König der Löwen-DVD.“

Es konnte nichts schiefgehen. Tat es aber doch: Jochens offensichtlich übelgelaunter Sohn Samuel, 8, ignorierte Katja komplett und nörgelte an allem herum, die vier Jahre alte Paula spielte das Prinzesschen, drängelte sich ständig auf Papas Schoß und nachts an Papas Seite im Bett. Katja verzog sich entnervt aufs Sofa und begann noch in der Nacht, die Liebe ihres Lebens mit anderen Augen zu sehen: „Wieso ließ der Mann sich so von seinen Kindern um den Finger wickeln? Ich war eifersüchtig. Auf Kinder! Das ist so peinlich, und dafür hasste ich mich selbst.“

Sylvias erstes Kennenlernen mit der 6-jährigen Tochter ihres Lebensgefährten Joachim war zunächst deutlich entspannter: „Ein tolles Wochenende“, erinnert sich die 29-Jährige aus einem kleinen Ort bei Bremen, „Leonie hat sogar mit mir gekuschelt, und als Jo sie zurück zu ihrer Mutter brachte, gab sie mir ein Küsschen auf die Wange. Ich dachte noch: So leicht ist das also! Patchwork – ein Kinderspiel.“

Wenig Forschung zu Stiefeltern

Ein paar ebenso gelungene Kinderwochenenden später entwand sie Leonie die Schokolade, die diese kurz vor dem Abendbrot aus dem Einkaufskorb gemopst hatte. „Du darfst mir nichts sagen, du bist nicht meine Mama“, weinte die Kleine, schmollte für den Rest…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2022: Burn on
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