„Wähler entscheiden gegen ihre eigenen Interessen“

Zunehmend geben Bürger der unteren Mittelschicht bei Wahlen ihre Stimme konservativen oder rechtskonservativen Parteien. Immer im Glauben, dass diese eine Politik machen werden, die ihnen nützt. Doch das ist ein Irrtum, sagt der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Schweiger. Und erklärt im Interview, welche Rolle die Mediennutzung spielt

„Wähler entscheiden gegen ihre eigenen Interessen“

Zunehmend geben Bürger der unteren Mittelschicht bei Wahlen ihre Stimme konservativen oder rechtskonservativen Parteien. Immer im Glauben, dass diese eine Politik machen werden, die ihnen nützt. Doch das ist ein Irrtum, sagt der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Schweiger. Und erklärt im Interview, welche Rolle die Mediennutzung spielt

Herr Schweiger, Sie behaupten, dass viele Bürger gegen ihre eigenen Interessen wählen, weil sie unzureichend informiert sind. Was genau meinen Sie damit?

Ausgangspunkt dieser These ist die Beobachtung, dass Menschen der unteren Mittelschicht häufig konservative oder rechtskonservative Parteien wählen. Aber nach meiner Wahrnehmung vertreten diese Parteien nicht die Interessen dieser Wähler. Also entscheiden sich solche Menschen im Grunde mit ihrer Wahl gegen ihre eigenen Interessen, und sie tun das vermutlich nicht, weil sie das so wollen. Ich sehe zwei mögliche Gründe dafür: Entweder sind sie unzureichend informiert, oder sie treffen eine falsche Entscheidung. Da den meisten Entscheidungen Informationen zugrunde liegen, biete ich in meinem Buch Der (des)informierte Bürger im Netz die Erklärung an, dass viele Wähler unzureichend informiert sind. Dies scheint mir momentan verstärkt für geringer und durchschnittlich Gebildete und bestimmte Milieus zu gelten.

Informieren wir uns heute nicht mehr richtig?

Noch informiert sich ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland und auch weltweit über Fernsehnachrichten, Radio und Zeitung, das ist die gute Nachricht. Doch der Anteil derer, die sich nur noch über ganz bestimmte Onlinekanäle informieren,...

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2017: Ich lass mir Zeit!
file_download print

News

Leben
Manche lesen ein Buch zwei Mal oder schauen sich einen Film nochmals an. Das ist gar nicht langweilig, fanden Psychologen in einer Studie heraus.
Leben
Wenn wir lächeln, steigt unsere Stimmung. Dies bestätigte eine Metaanalyse mit gut 11.000 Teilnehmern.
Leben
Was wir natürlich finden, hat mit tatsächlicher Natur nur zum Teil zu tun, ergab eine Befragung von 1400 britischen Parkbesuchern.