Was Hänschen nicht lernt …

… lernt Hans nimmermehr, ermahnte die Großmutter. Und sie war auch der Meinung, dass sich Gegensätze anziehen und vier Augen mehr sehen. Was ist dran an den alten Sprichwörtern und Redensarten? Psychologen haben einige davon auf den Prüfstand gestellt

Was Hänschen nicht lernt …

… lernt Hans nimmermehr, ermahnte die Großmutter. Und sie war auch der Meinung, dass sich Gegensätze anziehen und vier Augen mehr sehen. Was ist dran an den alten Sprichwörtern und Redensarten? Psychologen haben einige davon auf den Prüfstand gestellt

„Vier Augen sehen mehr als zwei“, weiß der Volksmund – und die Alltagserfahrungen hinter dieser Redewendung haben dazu geführt, dass sich in vielen Bereichen das Vier-Augen-Prinzip durchgesetzt hat. Im Management, in der Produktion, bei der Überwachung sicherheitsrelevanter Systeme oder bei der Überprüfung ärztlicher Diagnosen sollen damit optimale Entscheidungen gefördert und das Fehler- und Missbrauchsrisiko reduziert werden. Aber funktioniert das wirklich? Bringt das Vier-Augen-Prinzip tatsächlich mehr Genauigkeit und bessere Ergebnisse? Könnte es nicht vielmehr sein, dass sich, sobald die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt ist, jeder auf den anderen verlässt und dadurch am Ende Sorgfalt und Aufmerksamkeit sogar nachlassen?

Wir nutzen Sprichwörter, um Verhaltensnormen prägnant zu kommunizieren, also klarzumachen, wie man sich in bestimmten Lebenslagen verhalten sollte. Lügen haben kurze Beine, der Lauscher an der Wand hört die eigene Schand – solche Weisheiten raten knapp, was man tun und was man besser lassen sollte. Die Erfahrungen von Generationen haben diese Wendungen geprägt. Und in vielen Situationen sind sie psychologisch tatsächlich nützlich: als Ratschlag oder Denkanstoß, als Trostspender, als einfacher Merksatz, wenn es schnell gehen muss mit einer Entscheidung oder man in einem inneren Konflikt steckt. Die meisten Sprichwörter stammen aus einer Zeit, als es weder Psychologen noch Wissenschaft gab. Doch schon damals hatten Menschen das Bedürfnis, sich das mitunter seltsame und unverständliche Verhalten der Mitmenschen zu erklären. Kaum eine Lebenslage also, für die kein Sprichwort zuständig ist.

Verstanden die Menschen damals die Zusammenhänge, oder sind es am Ende nur Phrasen? Und was ist von einander widersprechenden Sprichwörtern zu halten? Dieter Frey, Professor für Psychologie an der Universität München, wollte es genauer wissen. In einem umfangreichen Projekt ließ er...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2017: Selbstsabotage
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