Zu schade für die Hausarbeit?

Immer mehr Frauen verdienen mehr als ihre Männer. Was bedeutet das für die Paarbeziehung? Können Frauen endlich die Hauptlast der Hausarbeit abgeben, werden die Arbeiten gerechter verteilt? Nicht in allen Haus­halten, sagt die Geschlechterforscherin Sarah Speck. Manchmal verzichtet eine Frau, die Haupternährerin ist, auf ihre Macht

Zu schade für die Hausarbeit?

Immer mehr Frauen verdienen mehr als ihre Männer. Was bedeutet das für die Paarbeziehung? Können Frauen endlich die Hauptlast der Hausarbeit abgeben, werden die Arbeiten gerechter verteilt? Nicht in allen Haus­halten, sagt die Geschlechterforscherin Sarah Speck. Manchmal verzichtet eine Frau, die Haupternährerin ist, auf ihre Macht

Sie haben zusammen mit Ihrer Kollegin Cornelia Koppetsch eine Studie zu Frauen als Familienernährerinnen gemacht. Wie kamen Sie darauf?

Uns hat das Thema interessiert, weil die Zahl der Frauen in heterosexuellen Partnerschaften, die mehr Geld verdienen als ihre Männer, stark zunimmt. In den USA haben bereits in rund 40 Prozent der Familien die Frauen die Ernährerinnenrolle inne. In Deutschland gilt das mittlerweile für etwa jede zehnte Partnerschaft, in anderen europäischen Ländern wie England und Spanien liegt die Zahl weit höher als hierzulande.

Wie erklären Sie sich diesen Anstieg?

In den meisten Fällen werden Frauen unfreiwillig zur Familienernährerin. Männer geraten vielfach in Erwerbskrisen, da die traditionellen männlichen Arbeitswelten tendenziell wegbrechen oder im Zuge der Finanzkrise unsicher wurden. Es betrifft besonders die Industriearbeit und das Fachhandwerk. Für die Arbeitswelten der Frauen gilt dagegen das Umgekehrte: Die traditionell weiblichen Berufe, Tätigkeiten der Pflege und Fürsorge sind verstärkt gefragt, und der Dienstleistungssektor wächst.

Bei einem Arbeitsplatzverlust hängt es auch von der Flexibilität des einzelnen Menschen ab, ob dieser sich ein neues Arbeitsfeld erschließen kann: Ist jemand bereit, sich umzuorientieren? Ist er dazu in der Lage? Es spricht einiges dafür, dass Frauen sich schneller umorientieren. Es gibt...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2016: Die Harmonie-Lüge
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