Jenseits von Ostalgie

Ein Gespräch mit der Psychoanalytikerin Annette Simon über die noch fehlende Integration ostdeutscher Erfahrungen in die gesamtdeutsche Geschichte.

Wie ist es um die Aufarbeitung nach fast 30 Jahren Wiedervereinigung bestellt? ©Frank Schirrmeister/OSTKREUZ

„Es gab keine echte Aufarbeitung“

Seit fast 30 Jahren sind die beiden deutschen Staaten wiedervereinigt. Doch was immer noch fehlt, ist eine umfassende Integration ostdeutscher Erfahrungen und Erinnerungen in die gesamtdeutsche Geschichte – jenseits von Klischees, Ostalgie oder Schwarz-Weiß-Denken. Ein Gespräch mit der Berliner Psychoanalytikerin Annette Simon

Frau Simon, die unterschiedlichen Erfahrungswelten von Ost und West wirken bis heute nach. Was bedeutet das für die Menschen, die in der DDR gelebt haben?

Um es gleich vorwegzunehmen, es gibt weder den Ostdeutschen noch die ostdeutsche Identität an sich. Es gibt zweifelsohne ähnliche Erfahrungen, doch die DDR-Bevölkerung war, obwohl durch die Mauer eingeschlossen, keine homogene.

Inwiefern?

Die DDR war eine gespaltene Gesellschaft, unterteilt in Herrscher und Beherrschte, und die Identität der Ostdeutschen war bis zur Wende eher gespalten und fragil. Fragil, weil sie zunächst durch die Über­formungen der russischen Sieger geprägt war. Nur ein Teil der Menschen hat sich im Laufe der Jahre wirklich mit der DDR identifiziert. Nach 1989 wurde das noch...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 10/2018: Geschwister
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