„Auch Hunde wollen mal allein sein“

Der Hund ist unser liebstes Haustier – auch und besonders in der Krise. Nur: Warum? Und was sagt der Hund dazu? Alexandra Horowitz klärt auf.

Die Illustration zeigt verschiedene Hunderassen, die mit einander rumtollen
Sich in dieser Situation einen Hund zuzulegen, wie es viele gemacht haben, ist gut nachzuvollziehen. © Sabine Kranz

Frau Dr. Horowitz, während der aktuellen Pan­demie haben viele Menschen darüber nachgedacht, sich einen Hund anzuschaffen. Warum gelten Hunde als so gute Partner in der Krise?

Sich in dieser Situation einen Hund zuzulegen, wie es viele gemacht haben, kann ich sehr gut nachvollziehen. Hunde sind zu einem Ersatz für menschliche Kontakte geworden, von denen wir abgeschnitten waren oder noch sind. Jeder weiß, dass sie gute Gefährten sind. In einer Situation, in der wir auf die Gesellschaft von anderen Menschen verzichten müssen, wird die Gesellschaft von Hunden noch mehr geschätzt.

Außerdem ergänzen Hunde, obwohl sie ihre eigenen Ansprüche haben, unser Sozialleben auf relativ anspruchslose Weise: Sie freuen sich, uns zu sehen, und wollen mit uns zusammen sein; sie neigen nicht dazu, sich zurückzuziehen, um ihr eigenes Ding zu machen. Diese fröhlichen Begleiter scheinen also eine perfekte Ergänzung zum Leben in Quarantäne zu sein.

Bei vielen Familien haben die langen gemeinsamen Tage zu Hause zu Spannungen geführt. Haben Hunde niemals genug von ihren menschlichen Partnerinnen und Partnern?

Doch, auch sie wollen mal allein sein, und das lassen sie einen dann auch wissen. Ich denke, das hat vor allem damit zu tun, dass sich der Stress, den wir fühlen, auf sie übertragen kann. Wenn wir Angst haben, merken sie das, und manche Hunde werden dann selbst gestresst.

Insgesamt ist es für unsere Hunde aber eine großartige Entwicklung, dass wir so viel zu Hause sind. Normalerweise müssen sie für einen Großteil des Tages auf eine soziale Gefährtin oder einen sozialen Gefährten verzichten. Dabei liegt es in ihrem Wesen, diese haben zu wollen.

In Ihrem jüngst…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 2/2021: Raus aus alten Mustern
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