„Es gibt vieles, was man für Depressive tun kann“

In Großbritannien werden Antidepressiva zur Behandlung von leichten und mittelschweren Depressionen nicht mehr empfohlen. Stattdessen schickt man die Betroffenen zum „psychologischen Gesundheitstherapeuten“. Ein Gespräch mit dem Psychiater Tim Kendall

„Es gibt vieles, was man für Depressive tun kann“

In Großbritannien werden Antidepressiva zur Behandlung von leichten und mittelschweren Depressionen nicht mehr empfohlen. Stattdessen schickt man die Betroffenen zum „psychologischen Gesundheitstherapeuten“. Ein Gespräch mit dem Psychiater Tim Kendall

Herr Kendall, was glauben Sie, wie werden Menschen depressiv?

Wenn Sie auf den Zeitpunkt zurückschauen, an dem jemand erstmals depressiv wurde, passiert das manchmal schon in der Kindheit. Je jünger das Kind ist, desto offensichtlicher ist es, dass das unmittelbar auf ein Trauma folgt. Und dieses Trauma kann physischer oder sexueller Missbrauch sein, schweres Mobbing, der Verlust eines Elternteils, der Tod einer anderen Person aus der Familie, diese Art von Dingen. Bei Kindern, die verletzlich sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie depressiv werden. Die Depression wird ziemlich schnell nach dem belastenden Ereignis einsetzen. Je älter das Kind wird und umso häufiger es Depressionen bekommt, desto schwieriger wird es, zu sagen, was das auslösende Ereignis ist. Wenn diese Kinder erwachsen werden, kann der...

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