Ausgerechnet im Urlaub!

Der Kopf dröhnt, die Nase läuft. Dabei hatte man sich so auf ein paar freie Tage gefreut. Wie kommt es, dass viele Menschen in der Freizeit krank werden?

Ausgerechnet im Urlaub!

Der Kopf dröhnt, die Nase läuft. Dabei hatte man sich so auf ein paar freie Tage gefreut. Wie kommt es, dass viele Menschen in der Freizeit krank werden?

Endlich der wohlverdiente Urlaub. Man hat es wegen der Hektik zuvor fast nicht mehr geglaubt, dass er tatsächlich noch kommt. Doch jetzt raus aus dem Flieger und die Seele baumeln lassen! Ein bisschen Gymnastik im Fitnessraum, doch ansonsten Chillen am Pool, ein paar Drinks an der Bar und hin und wieder Sightseeing in der Stadt. Doch schon beim Einchecken im Hotel kommen Kopfschmerzen, und am nächsten Tag ist auch noch der Rücken steif und die Nase zu. Statt Sonne sind nun längere Aufenthalte im Hotelzimmer angesagt. Und besser wird es erst kurz vor der Rückkehr nach Hause – als wenn sich Körper und Seele freuen würden, endlich wieder in die Mühle des Alltags zu kommen.

Ausspannen und auftanken! Das sind normalerweise die Schlagworte, die uns bei Urlaub und Freizeit einfallen. Doch die Realität sieht oft anders aus. Aus Durchatmen wird Schnupfen, aus dem Hotelzimmer ein Krankenlager, und der Kopf wird nicht etwa vom Berufsstress befreit, sondern von Schmerzen malträtiert. Für viele Menschen werden Urlaub oder Wochenende nicht etwa zum Erholungs-, sondern zum Horrortrip. Sie leiden am sogenannten Leisure-Sickness-Syndrom, also an der Freizeitkrankheit. Im anglo amerikanischen Sprachraum wird es auch gerne paradise paradox genannt: Wir wähnen uns in den schönsten Tagen des Jahres, und heraus kommt genau das Gegenteil. Anspruch und Wirklichkeit liegen weit auseinander, und dadurch bauen sich Frustrationen und ein hoher Leidensdruck auf. „Das Leisure-Sickness-Syndrom ist mehr als nur eine Bagatelle oder ein Wehwehchen“, erklärt Claudia Möller von der privaten International University in Bad Honnef. „Es kann für die Betroffenen sehr belastend sein.“

Endlich Zeit für Krankheit

2002 entwickelte Ad Vingerhoets von der holländischen Tilburg University den Begriff Leisure Sickness. Er rannte damit keineswegs offene Türen ein. Denn die Psychologie war zu dieser Zeit überwiegend damit beschäftigt, wie sich der Stress der Berufswelt...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2016: Mut zur Unsicherheit
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