Wenn ein Symptom zurückkommt

Therapiestunde: ​Die Psychotherapie ist beendet – und plötzlich flackert ein überwunden geglaubtes Symptom wieder auf. Was tun? ​

Eine Frau mit einem Schwert in der Hand, hat einem mehrköpfigen Drachen einen Kopf abgehauen, worauf hin ihm zwei weitere Köpfe wachsen
Der Kampf der Patientin geht weiter. Verloren ist er mitnichten. © Michel Streich

Ich schäme mich ja, es zu sagen, aber ich habe eine lange Therapie gemacht. Und zuerst dachte ich auch, sie hätte mir geholfen. Aber jetzt ist es schlimmer als je zuvor. Am liebsten wäre ich nie wieder zu einem Psychologen gegangen, aber ich brauche Hilfe.“

In den Augen der Patientin schimmern Tränen. Eine attraktive Frau um die dreißig mit einer speziellen Problematik: Sie ist enttäuscht von sich selbst, aber auch von allem, was mit Psychotherapie zu tun hat.

Mir fällt eine Situation beim Bergwandern ein: Ich bin darauf eingestellt, dass ich erst hinaufsteige und es dann nach der Gipfelrast gemütlich hinuntergeht. Wenn aber der Abstieg plötzlich aus einer Falte heraus einen neuen steilen Anstieg fordert, fällt das Bergaufgehen unglaublich schwer. Ein solcher Anstieg ist es auch, wenn eine Patientin überzeugt ist, sie sei geheilt – und plötzlich sind die Symptome wieder da. Oft hört man dann „schlimmer denn je“, was eben der Tatsache geschuldet ist, dass ein überwunden geglaubter Schmerz, der plötzlich zurückkehrt, doppelt überwältigend wirkt. Die erste Besserung hat Hoffnung geweckt. Mit der Rückkehr der Symptome übertönt Verzweiflung alle Hoffnungen.

Noch schlimmer als früher

„Was war denn der Anlass für die Therapie?“ „Ich war während des Studiums im Ausland. Es ging mir nicht gut, ich hatte Heimweh, da habe ich eine Bulimie entwickelt. Es war schlimm, ich hab mich so vor mir geekelt, aber ich habe die Zeit in Madrid durchgehalten. Zurück dann in Deutschland,…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2019: Bin ich gut genug?
Psychologie Heute Compact 66: Meine Wohnung und ich
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