Faszination des Feuerwerks

Jahr für Jahr geben Deutsche für das Silvesterfeuerwerk rund 120 Millionen Euro aus. Warum tun sie das?

Ein gutes Feuerwerk kann eine Geschichte erzählen © Photocase

Ein Feuerwerk der Gefühle

Auch dieses Jahr werden zu Silvester in ­Deutschland ­Raketen im Wert von rund 120 Millionen Euro in den Himmel ­geschossen. Und auch dieses Jahr ­werden wir beim ­Geballere ­mitmachen oder ­wenigstens staunend zuschauen. ­Warum eigentlich? Was ist so faszinierend an Feuerwerken?

Das Beste kam ganz zum Schluss. Wir Kinder hatten schon ein paar Knallerbsen auf Gehwegplatten geschleudert, unsere Mutter hatte einen unberechenbaren Knallfrosch gezündet, der Vater die schwere Sektflasche irgendwo in die Finsternis des Gartens gestellt und nacheinander drei Raketen in den Himmel geschossen. Er nagelte einen scheibenförmigen Gegenstand an den Holzpfosten am hinteren Grundstückseck. Ein Streichholz zischte – und dann ging’s los. Das große Feuerrad war für uns Kinder nichts anderes als ein göttliches Wunder mit seinen immer neuen Farben und Mustern. Atemlos standen wir da, als die letzten Funken verglühten, mitten im Rauch des Schwarzpulvers. Keiner sagte ein Wort. Aber alle wussten: Das neue Jahr würde das tollste von allen werden. Hundertprozentig!

Wenn sich in der Nacht des 31. Dezember das Jahr 2017 verabschiedet, wird es wieder krachen in Deutschland. Mehr als 120 Millionen Euro verdient die pyrotechnische Industrie zum Jahreswechsel. Warum machen wir das eigentlich? Was ist so faszinierend an Feuerwerken? Unmittelbare empirische Studien zu dieser Frage sind rar. Die Antworten ergeben sich deshalb wie bei einem Mosaik – wenn man die Erkenntnisse verschiedenster Denk- und Forschungsdisziplinen nebeneinanderlegt.

Am Anfang war Erschrecken

Der Ursprung unseres heutigen Feuerwerks liegt in China. Dort kannte man das Schwarzpulver bereits vor mehr als tausend Jahren – und hatte schon davor einige Erfahrung mit der Knallerei. Man warf zunächst nur Bambusstangen ins Feuer, wo sie mit lautem Krach...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2018: Das erlaube ich mir!
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