Vermintes Gelände

Die erste Liebe, die schmerzliche Trennung: Manche Orte sind durch wichtige Erlebnisse emotional aufgeladen. Soll man sie meiden? Oder sie bewusst aufsuchen?

Vermintes Gelände

Die erste Liebe, die schmerzliche Trennung: Manche Orte sind durch wichtige Erlebnisse emotional aufgeladen. Soll man sie meiden? Oder sie bewusst aufsuchen?

Die Bank im Park, auf der sich zwei das erste Mal geküsst haben, oder jene, auf der das letzte Gespräch vor der endgültigen Trennung stattgefunden hat. Orte der Liebe, Orte der Freude, Orte der Trauer, Orte der Verzweiflung, Orte der Geburt, Orte des Todes, Orte des Werdens und Orte des Sterbens: Für jeden Menschen gibt es Orte auf dieser Welt, die nur für ihn eine ganz besondere Bedeutung haben. Sie sind gleichsam Schauplätze der emotionalen Höhepunkte einer Biografie. Im Guten wie im Schlechten. An diesen Orten haben wir intensive emotionale Erfahrungen gemacht – und diese Erfahrungen kehren zurück, wenn wir an diese Orte zurückkehren.

Hermann Hesse hat in seinem berühmten Gedicht Stufen getextet: „Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen.“ Leicht gesagt, aber schwer getan. Denn oft fällt es uns sehr schwer, heiter Raum um Raum zu durchschreiten. Gerade Orte, die uns „nachhängen“, sind besonders schwer in aller Heiterkeit zu durchschreiten. Sie werden zu problematischen Orten und bleiben es oft. Manchmal ein Leben lang.

Der erste emotional aufgeladene Ort unseres Lebens ist wohl der Ort unserer Kindheit. Vielleicht eine x-beliebige herausgeputzte Kleinstadt in der Provinz. Für den einen ist sie die innig geliebte Heimatstadt, für den anderen, der genauso von hier stammt, nur ein herzlich gehasstes Kaff....

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 1/2017: Gelassen bleiben
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