Schwäche zeigen! Was wir gewinnen, wenn wir unsere Gefühle vor anderen offenlegen

„Hoffentlich merkt niemand, wie sehr es mich getroffen hat!“ Wenn Sie nicht zeigen wollen, wie sehr ein Misserfolg oder eine Kränkung Sie verletzt, handeln Sie selbstschädigend. Psychische Sicherheit gewinnen Sie schneller zurück, wenn Sie aus Ihrer Betroffenheit kein Geheimnis machen

Schwäche zeigen! Was wir gewinnen, wenn wir unsere Gefühle vor anderen offenlegen

„Hoffentlich merkt niemand, wie sehr es mich getroffen hat!“ Wenn Sie nicht zeigen wollen, wie sehr ein Misserfolg oder eine Kränkung Sie verletzt, handeln Sie selbstschädigend. Psychische Sicherheit gewinnen Sie schneller zurück, wenn Sie aus Ihrer Betroffenheit kein Geheimnis machen

Als sich abzeichnete, dass die Präsidentschaftswahl verloren war, ließ sie ihren Auftritt auf der Party der Demokraten absagen: Hillary Clinton hatte am 8. November 2016 keine Kraft mehr, vor ihre Anhänger und Mitstreiter zu treten. Die Schmach der Niederlage war wohl zu groß, und vermutlich fürchtete die Politikerin, die Kontrolle über ihre Gefühle zu verlieren und sich schwach zu zeigen. Erst eine Woche später gewährte Clinton einen Einblick in ihr Seelenleben, als sie in einer Rede zugab, wie schwer sie die Niederlage getroffen hatte: „Es gab Momente in der vergangenen Woche, da wollte ich mich mit einem guten Buch oder unseren Hunden verkriechen und gar nicht mehr aus dem Haus gehen.“

Es gibt wohl niemanden, der dafür kein Verständnis hätte. Auch wenn eine verlorene Präsidentschaftswahl unvergleichbar ist, kennt wohl jeder den Wunsch, nach einer schmerzhaften Niederlage oder einem fatalen Fehler im Boden versinken und unsichtbar werden zu können. „Scham ist so schmerzhaft, dass wir uns instinktiv davor schützen. In einen Überlebensmodus schalten, uns Masken zulegen und eine Rüstung. Wir wollen nicht verletzt werden und uns nicht verletzlich fühlen“, erklärt Brené Brown, Schamforscherin und Professorin am Graduate College of Social Work in Houston, Texas. „Verletzlichkeit wird gleichgesetzt mit Unsicherheit und emotionaler Zurschaustellung.“

Wenn wir scheitern, Fehler machen oder uns ein Missgeschick passiert, kurz: wenn wir das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein, „liegt die Scham immer auf der Lauer“, so Brown. Auslöser sind dabei keineswegs nur die großen Niederlagen à la Clinton. Oftmals führt schon eine kritische...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2017: Schwäche zeigen!
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