Warten lohnt sich!

Wohl jeder glaubt: Wartezeit ist verschwendete Zeit, die man sinnvoller nutzen könnte. Doch das ist falsch! Abwarten ist gerade im Zeitalter der Beschleunigung in vielen Lebensbereichen eine erfolgversprechende Strategie

Warten lohnt sich!

Wohl jeder glaubt: Wartezeit ist verschwendete Zeit, die man sinnvoller nutzen könnte. Doch das ist falsch! Abwarten ist gerade im Zeitalter der Beschleunigung in vielen Lebensbereichen eine erfolgversprechende Strategie

Prinz Charles wartet seit über sechs Jahrzehnten auf den Thron des englischen Königreichs. Zwei von drei Deutschen sind nicht bereit, länger als fünf Minuten auf eine Verabredung zu warten.

Gleichgültig ob man ein halbes Leben lang auf etwas wartet oder nur fünf Minuten: Warten ist in den meisten Fällen ein „ungeliebter Zustand“, so der Untertitel des Buches von Friederike Gräff, aus dem die beiden Beispiele stammen. Geduld ist nicht unsere Stärke, aber die meisten von uns wünschen sich, sie hätten mehr davon.

„Theoretisch betrachten wir sie als Tugend, praktisch besitzen wir sie nicht“, schreibt Gräff. „Wir sind fasziniert von Menschen, die sich fernab des täglichen Gerennes behaupten, aber die alte Frau, die in der Schlange vor uns steht und mit der Kassiererin plaudert, treibt uns zur Weißglut. Wir ahnen dunkel, dass Geduld zu etwas gut sein kann, aber man hat uns zu lange erzählt, dass wir effizient mit unserer Zeit umgehen müssen, als dass wir dieser Ahnung nachgehen könnten.“ Wir haben keine Zeit zu verschenken – sie ist kostbar.

Aber Wartenkönnen ist auch und gerade heute eine Kompetenz, die in vielen Situationen und Lebensbereichen wertvoll ist. Manchmal ist Abwarten, Pausieren oder Hinauszögern die beste Option, nämlich immer dann, wenn wir dadurch paradoxerweise Zeit gewinnen – Zeit für bessere Entscheidungen,...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2017: Ich lass mir Zeit!
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