Warum tun wir nicht, was wir wollen?

Eigentlich wollen wir Aufgaben sofort erledigen. Eigentlich möchten wir, dass andere unsere Erfolge anerkennen. Eigentlich wollen wir uns mehr unter Kontrolle haben. – Drei weitverbreitete Strategien der Selbstsabotage, die wohl jeder in irgendeiner Form schon mal bei sich beobachtet hat

Warum tun wir nicht, was wir wollen?

Eigentlich wollen wir Aufgaben sofort erledigen. Eigentlich möchten wir, dass andere unsere Erfolge anerkennen. Eigentlich wollen wir uns mehr unter Kontrolle haben. – Drei weitverbreitete Strategien der Selbstsabotage, die wohl jeder in irgendeiner Form schon mal bei sich beobachtet hat

Falsche Prioritäten

Dinge aufzuschieben und deshalb Ziele nicht zu erreichen – das ist wohl die bekannteste Form der Selbstsabotage. Kann man lernen, Aufgaben gleich zu erledigen?

Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir uns mit Aufschieberei schaden. „Doch gibt es so viele unterschiedliche Gründe für Prokrastination, dass der Begriff Selbstsabotage hier Unklarheiten schafft“, sagt Justine Patrzek, Psychologin an der Zentralen Studienberatung der Universität Bielefeld. Sie betreut dort unter anderem Studierende, die unter „Aufschieberei“ leiden, und hat vorher jahrelang zum Thema geforscht. Sie nennt die wichtigsten Mechanismen und Ursachen für Prokrastination– und zeigt erste Lösungsansätze.

Zu viele Anliegen gleichzeitig

Immer wenn man ein Ziel formuliert und dann doch nicht die nötigen Schritte einleitet, um es zu erreichen, spricht man von Prokrastination. Das passiert im Alltag häufig, sagt Justine Patrzek. Ein oft übersehener Grund dafür: Das Ziel ist eins von vielen und letztlich nicht wichtig genug. So kann es etwa sein, dass jemand sich beklagt, die eigene Website einfach nie fertigzustellen, doch tatsächlich hat dieser Punkt auf der To-do-Liste schlicht keine Priorität. Viele Menschen machen sich dann aber dennoch Vorwürfe. Hier hilft: Prioritäten benennen und schärfen. Sich klarmachen, dass man nicht alles schaffen kann.

Druck als Hilfe

Laut einer Studie der Psychologin Carola Grunschel gibt es zwei Haupttypen von „Aufschiebern“ in Lern- und Prüfungssituationen. Eine Gruppe schiebt eher aus Angst und Unsicherheit auf. Eine weitere Gruppe, die „Druckaufschieber“, baut sich künstlich Stress auf, um...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 11/2017: Selbstsabotage
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