Zu Hause sein

Unser Zuhause prägt, wie wir uns fühlen: ruhig und geborgen – oder unbehaglich und gestresst.

Das eigene Heim ist viel mehr als Zimmer, Küche, Bad © Frauke Ditting

Zu Hause sein

Das eigene Heim ist viel mehr als zwei Zimmer, Küche, Bad. ­Unser Zuhause prägt, wie wir uns fühlen: ruhig und geborgen – oder unbehaglich und gestresst. Nicht alles, was ­Architekten entwerfen, tut uns gut. Und so manches­­­ Wohn­­gefühl wurzelt in den Erfahrungen unserer Kindheit

Es war der zweite Tag nach ihrem Einzug, als Katrin Mandral in der Küche stand und fast beiläufig zu ihrem Mann Rainer sagte: „Ich glaube, hier werde ich nicht alt.“ Ein bemerkenswerter Satz. Denn nicht in irgendeine Immobilie war die dreiköpfige Familie eingezogen, sondern in das Haus, das nach ihren eigenen Plänen gebaut worden war. Gelegen auf einem schönen Grundstück bei Hannover, das sie nach mehreren Jahren Suche gekauft hatten. Und doch fühlte sich vieles auf einmal völlig falsch an: das große Wohnzimmer so gar nicht heimelig, die Schwarz-Weiß-Kontraste im Badezimmer so scharf, die unwirtliche Atmosphäre im Neubaugebiet rundherum, die Ruhe nachts, die Katrin Mandral nicht entspannte, sondern bedrängte. „Wir hatten uns das völlig anders vorgestellt.“

Ein Mythos zerschellt an der Realität: dass wir nur die richtigen vier Wände bauen, kaufen, mieten müssten, und ein Traum werde in Erfüllung gehen. Der Traum von einem Zuhause, das uns schützt und stützt, inspiriert und entspannen lässt, das uns umfängt wie eine dritte Haut. Er entspringt unserem tiefen Bedürfnis nach Ankommen und Geborgenheit. Stattdessen aber fühlen wir uns unbehaglich, räumen immer wieder um, möblieren und dekorieren zunehmend ratlos, suchen vergeblich nach einem Lieblingsplatz und schlafen schlecht. Der Alltag wird mühsam, der Ton in der Familie gereizt – und irgendwann wird die Frage immer drängender: Was ist hier eigentlich los?

Wohnen ist existenziell. Unsere Beziehung zur gebauten und gestalteten Umwelt ist intensiv. Wir nehmen jeden Raum, den wir betreten, mit allen Sinnen wahr. Wir erleben, wie er aussieht, wie hell oder dunkel er wirkt, wie er sich anfühlt, wie er klingt und riecht, wie er unsere Handlungen...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2018: Diese Wohnung tut mir gut!
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