A​kzeptieren, wie es ist​

Viele Zumutungen unseres Lebens wollen wir nicht aushalten müssen. Aber nicht jedes Problem ist lösbar. Manchmal hilft nur Akzeptanz.

Akzeptieren, wie es ist: in den Stürmen des Lebens nicht immer ganz einfach. © Stephan Schmitz

Akzeptieren, wie es ist

Ob es um einen verregneten Urlaub, eine ­alltägliche ­Enttäuschung, eine Beziehungskrise oder schwerwiegende ­Verluste geht – solcherlei „Zumutungen“ wollen wir nicht­ ­aushalten müssen. Aber nicht jedes Problem ist lösbar. Wenn das Leben mit uns Achterbahn fährt, hilft manchmal nur Akzeptanz

Illustration zeigt eine Frau, die ihr Schicksal akzeptiert
Akzeptieren, wie es ist: in den Stürmen des Lebens nicht immer ganz einfach.

Das kann nicht sein. Das darf nicht sein.“ Diese Sätze gingen Kathrin Schmelzer(Name geändert) durch den Kopf, als ihr befristeter Vertrag als Leiterin eines Sozialprojekts mit Schülern auslief. Die 38-Jährige konnte nicht verstehen, warum man ihr, die gut gearbeitet hatte und im Team beliebt war, beim Träger keine neue Stelle anbot. Wochenlang diskutierte sie mit ihrer Chefin, beschwerte sich bei Freunden und Kollegen über die Ungerechtigkeit. In dieser Zeit bewarb sie sich nirgendwo anders, fühlte sich einfach zu gekränkt. Einige Monate war sie in der Krise, zerstritt sich mit vielen ihrer Kollegen, zog sich immer mehr zurück. Sie weigerte sich zu akzeptieren, dass ihr Vertrag nicht verlängert wurde.

So wie Kathrin Schmelzer geht es vielen Menschen immer mal wieder. Es fällt ihnen schwer, Enttäuschungen, unangenehme Gefühle oder einen Verlust zu akzeptieren. Ob es sich um eine Lebenskrise wie eine Trennung oder Kündigung handelt, um ein psychisches Problem oder um alltägliche Enttäuschungen wie einen verregneten Urlaub – die naheliegende Reaktion auf Dinge, die uns nicht gefallen oder die uns belasten, ist oft Widerstand oder Jammern, Kampf oder Aktionismus. „Situationen so anzunehmen, wie sie eben gerade sind, ist für viele einfach ungewohnt“, sagt der Psychotherapeut und Buchautor Andreas Knuf. „Wir sind heute persönlich und gesellschaftlich sehr auf Machbarkeit, Kontrolle und Selbstoptimierung ausgerichtet. Wir gehen davon aus, dass jedes Problem lösbar ist. In diesem Klima verlernt man eine akzeptierende Haltung.“

Dass eine solche offene und annehmende Haltung nicht nur für den Augenblick entlastet, sondern tatsächlich einen messbaren positiven Einfluss auf den Verlauf von schweren Krisen, Verlusterfahrungen sowie auf psychische und physische Leiden hat, ist heute vielfach belegt. Der Chemnitzer...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 5/2018: Akzeptieren, wie es ist
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