An Grenzen gehen

Sie laufen Ultramarathons, durchqueren zu Fuß die Sahara und klettern auf den Mount Everest: Extremsportler werden bewundert, aber auch skeptisch beäugt. Was treibt diese Menschen an? Und können wir von ihnen etwas lernen?

An Grenzen gehen

Sie laufen Ultramarathons, durchqueren zu Fuß die Sahara und klettern auf den Mount Everest: Extremsportler werden bewundert, aber auch skeptisch beäugt. Was treibt diese Menschen an? Und können wir von ihnen etwas lernen?

Norman Bücher rennt und rennt. Drei Viertel der Tour hat er noch vor sich. Rund um den Montblanc will er laufen. Das bedeutet nicht nur 166 Kilometer Strecke, sondern auch 9400 Höhenmeter, joggend und kletternd, oft stolpernd, bei Tag und Nacht, ohne Hilfsgerät. Nach 42 Stunden und 30 Minuten ist der Karlsruher Extremsportler im Ziel. Mehr als tausend Läufer waren schneller als er, doch die Hälfte aller Teilnehmer kommt gar nicht an. Bücher hat also nicht gewonnen, aber einen persönlichen Triumph erlebt. Für ihn wieder ein Beleg für sein Lebensmotto: „Wenn du willst, kannst du jeden Tag etwas mehr leisten, als du es in Wirklichkeit tust.“

Der 38-Jährige gehört zum Heer der Extremsportler, das weltweit und auch in Deutschland immer größer wird. Allein 30 000 Läufer hierzulande versuchen sich regelmäßig an einem Ultramarathon jenseits der klassischen 42-Kilometer-Distanz. 1000 Teilnehmer jährlich hat der 240 Kilometer langeMarathon des Sables quer durch die Sahara, etwas weniger als der Decatriathlon in der mexikanischen „Hölle von Monterrey“ mit 38 Kilometer Schwimmen, 1800 Kilometer Radfahren und 422 Kilometer Laufen. Der Mount Everest sieht sich jährlich mehr als 500 Bergsteigern gegenüber. Base-Jumper springen mit Fallschirmen von Gebäuden und Brücken. Free- oder Apnoetaucher versuchen, ohne Atemgerät möglichst lang, tief oder weit zu tauchen.

Extremsportler werden bewundert für ihre Kraft, andererseits sieht man sie als Adrenalinjunkies,denen nicht selten psychische Auffälligkeiten wieTodessehnsucht, Narzissmus, Masochismus undPsychopathie als Triebkraft unterstellt werden. Dabei sind sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen...

Den kompletten Artikel können Sie bei uns kaufen oder freischalten.

Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2016: Ich und glücklich?
file_download print

News

Leben
Menschen denken sehr unterschiedlich über das Träumen. Doch kaum jemand steht Träumen gleichgültig gegenüber.
Gesundheit
Ob die Integration von Geflüchteten gelingt, hängt auch vom seelischen Zustand der Betreffenden ab.
Beziehung
Das Gesicht scheint bei der Partnerwahl wichtiger als der Körper zu sein. Gilt das für beide Geschlechter?