Was Augenbrauen vermitteln

Unsere Augenbrauen sind ein wichtiges Kommunikationsmittel: Damit signalisieren wir vieles, etwa Mitgefühl oder Vertrauenswürdigkeit.

Weniger Wulst wagen

Was macht ein menschliches Gesicht so menschlich? Es sind die Augenbrauen, meinen Anatomen und Archäologen der University of York. Sie sind der Frage nachgegangen, warum es sehr spät in der menschlichen Entwicklungsgeschichte zu einer markanten Veränderung am Schädel kam: Noch der Homo heidelbergensis, ein archaischer Hominide, der etwa vor 600 000 bis 200 000 Jahren lebte, hatte einen beeindruckenden Überaugenwulst. Bei den Neandertalern war diese Knochenleiste unterhalb der Stirn schon nicht mehr ganz so ausgeprägt, und beim Homo sapiens verschwand der Wulst im Lauf der Zeit.

Beweglich und ausdruckfähig

Das, so die These der Briten, hatte den Vorteil, dass die Augenbrauen beweglicher und damit ausdrucksfähiger wurden – eine wichtige kommunikative Errungenschaft für Wesen, die in immer kooperativeren sozialen Verbänden lebten. Über komplexe Bewegungen der Brauen signalisieren wir Menschen einander Wiedererkennen, Mitgefühl, Vertrauenswürdigkeit und vieles mehr. Mit einem Wulst vorm Kopf funktioniert das nicht so gut.

DOI: 10.1038/s41559-018-0528-0

Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 7/2018: Kann ich mich ändern?
file_download print

News

Leben
Viele Menschen möchten ihr Smartphone nicht mehr missen - und manche fühlen sich ihm offenbar näher als ihren Kollegen und Nachbarn.
Leben
Menschen, die glauben, sie hätten etwas Besseres verdient als andere, bezahlen ihre Einstellung unter Umständen mit bestimmten psychologischen Risiken.
Leben
Wie können wir uns den Start in einen neuen Lebensabschnitt erleichtern? Indem wir das, was bald hinter uns liegen wird, auf eine gute Art verabschieden.