Die Tattoo-Therapie

Zunehmend lassen sich Menschen ein Körperbild stechen. Sie wollen damit Erlebnisse verarbeiten, die unter die Haut gingen

Die Tattoo-Therapie

Zunehmend lassen sich Menschen ein Körperbild stechen. Sie wollen damit Erlebnisse verarbeiten, die unter die Haut gingen

Den Fuß der britischen Ex-First Lady Samantha Cameron, ziert ein Delfin; Schlagersängerin Michelle trägt einen Engel am Unterarm, und der Körper von Schauspielerin Angelina Jolie ist gleich mit einem Dutzend Bildern und Schriftzeichen versehen. So wie die drei Prominenten tragen laut einer repräsentativen Umfrage der Universität Bochum von 2014 in Deutschland 3,2 Millionen Männer und 4,1 Millionen Frauen ein Tattoo. Wie Befragungen des Allensbach-Instituts zeigen, nimmt die Zahl der tätowierten Personen kontinuierlich zu. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov zählte im vergangenen Jahr in den USA bereits 24 Prozent, in England 19 Prozent Tätowierte.

Längst sind Tattoos den „Milieus“ entwachsen. Menschen aller sozialen Klassen zieht es rund um den Globus in Tattoostudios. Frauen wie Männer, Alte wie Junge, Akademiker wie Arbeiter und Land- wie Stadtbewohner. In den jüngeren Altersgruppen tragen inzwischen sogar mehr Frauen als Männer ein Körperbild. Bildungs-, Einkommens- und Persönlichkeitsunterschiede zwischen tätowierten und nichttätowierten Personen sind laut neueren Umfragen und Studien entweder überhaupt nicht mehr vorhanden oder nur noch gering. Mit der Klientel sind auch die gewählten Motive vielfältiger geworden – und ebenso die psychologischen Funktionen, die den Tattoos zugeschrieben werden.

Trauertattoos: „Immer ein Teil von mir“

Eine Wolke und die Zahlen 24.07.2010 – dieses Bild trägt die Essenerin Nicole Ballhause an ihrem linken Schlüsselbein, in der Nähe des Herzens. Der 24. Juli 2010 ist das Datum der Duisburger Loveparade. 21 Menschen starben im Gedränge....

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 10/2016: Das stille Ich
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