Schuldig geworden!

Ein Autounfall. Ein Mensch ist tot. Der Unfallverursacher kommt mit dem Leben davon. Wie lebt er mit der Schuld? Und wie kann Psychotherapie hier helfen?

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Schuldig geworden!

Ein Autounfall. Ein Mensch ist tot. Der Unfallverursacher kommt mit dem Leben davon. Wie aber erträgt er seine Schuld? Lässt sie sich überhaupt ertragen? Wie kann Psychotherapie hier helfen?

Es ist einer dieser Momente, wie man sie aus Filmen oder Romanen kennt. Einer dieser Momente, die das Leben mit einem Schlag verändern. Nach denen nichts mehr so ist, wie es mal war, die das bisher normale Leben zersplittern, zersprengen. Bloß dass für Marco S. dieser Moment keine Fiktion ist, sondern real. Er ist 24 Jahre alt und hat mit seinen Freunden die Nacht durchgefeiert. Da er noch zu Hause bei seinen Eltern lebt, bittet die Mutter ihn, sie mit dem Auto zur Oma zu bringen, wie jeden Sonntag. Marco ist genervt, gibt ihrem Drängen aber nach. Im Rückblick bleibt unklar, was genau unterwegs passiert. Hat Marco auf der Autobahn den Blinker des Lkw vor ihm, der nach links scheren will, nicht gesehen? Hat der Lkw-Fahrer den Blinker zu spät gesetzt? Fährt Marco zu schnell? Ist er abgelenkt? Es sind diese paar Sekunden, in denen das bisherige unbeschwerte Leben wie die Windschutzscheibe in tausend Splitter zerbirst. Der LKW rammt das Auto, die Mutter wird von dem riesigen Laster zerquetscht und ist sofort tot, Marco selbst zieht sich eine schwere Gehirnerschütterung und eine komplizierte Schulterfraktur zu. Als er im Krankenhaus zu sich kommt, kann er lange nicht einordnen, was passiert ist. Vom Tod der Mutter zu erfahren ist ein schwerer Schock für ihn, die ersten Begegnungen mit dem Vater und den Geschwistern machen ihn sprachlos vor Schmerz, Verzweiflung und Schuldempfinden.

Literaten suchen Zugänge

Wie ertragen Menschen, die den Tod oder das Leid anderer Menschen verantworten, ihre Schuld? Literaten suchen schon seit Jahrtausenden eigene Zugänge zur Auseinandersetzung mit Schuld. So beschreiben viele griechische Dramen oder auch einige von Shakespeares…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2018: Die Kunst der Zuversicht
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