Die Supertasker

Manche Menschen können mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Ihr Geheimnis: Unwichtiges ignorieren. Doch das hat einen Preis.

Einige Menschen sind einfach besser im Multitasken, aber es gibt Kniffe, das zu üben. © Michelle Thomas/EyeEm/Getty Images

Als die Ausstrahlung beginnt, ist Joe Perota kein normaler Mensch mehr. Perota ist Regisseur einer Liveshow. Während sich die Zuschauer zu Hause von Sendungen wie Saturday Night Life oder Monday Night Football unterhalten lassen, steht er im Kontrollraum vor einer Wand von Monitoren und entscheidet darüber, was Amerika sieht. Die meisten Menschen würde in dieser Situation die schiere Panik packen, doch Perota ist ganz in seinem Element. Er grinst, bei jeder Pointe lacht er laut auf, und obwohl er Unmengen von Informationen aufnehmen und in Bruchteilen von Sekunden Entscheidungen treffen muss, ist er kein bisschen gestresst.

Perota gehört höchstwahrscheinlich zu der kleinen Gruppe von Menschen, die der Kognitionspsychologe David Strayer von der Universität Utah Supertasker nennt: jemand, der zwei aufmerksamkeitsfordernde Aufgaben gleichzeitig erledigen kann, ohne Fehler zu machen oder zu pausieren. Die Existenz solcher Supertasker kam für Strayer überraschend. Seine Experimente hatten nämlich gezeigt, dass wir zwar von uns denken, mehrere Aufgaben auf einmal stemmen zu können – in Wirklichkeit davon aber weit entfernt sind. Wir werden langsamer oder straucheln.

Mythos Multitasking

Für die allermeisten von uns gilt: Unser Gehirn fährt nicht mehrgleisig. Stattdessen springen wir zwischen den Aufgaben hin und her und belasten damit unsere Aufmerksamkeit und das Gedächtnis. Wer während des Autofahrens mit dem Handy telefoniert, lenkt sich ähnlich stark ab, als hätte er…

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