Die Kuckucksuhr oder ich!

Paartherapeut Ferdinand Krieg über das Wohnen zu zweit und seine Fallstricke

Bisweilen kann Omas Sofa eine Beziehung nachhaltig stören. © Frauke Ditting

Die Kuckucksuhr oder ich!

Paartherapeut Ferdinand Krieg über das Wohnen zu zweit, die Fallstricke beim Gestalten des gemeinsamen Heims – und warum Omas Sofa die Beziehung nachhaltig stören kann

Herr Krieg, wie wichtig ist das Thema Wohnen für Paare?

Sehr wichtig. Ein Liebespaar sucht sich erfahrungsgemäß einen eigenen geschützten Raum. Eine gemeinsame Wohnung ist oft so ein Ort und überdies auch ein Aushängeschild. Man zeigt sich und anderen: „Wir sind ein Paar, wir lieben uns und wollen das Leben miteinander teilen.“

Zwei Menschen, die jeder vorher ihre eigene Wohnung hatten, ziehen zusammen. Was passiert?

Jeder hat seine Vorgeschichte, seine Identität, seinen Hausstand. Und womöglich ist es noch komplizierter, weil der eine zum anderen zieht. Das ist heute, wo Wohnungen oft nur unter Schwierigkeiten zu bekommen sind, keine Seltenheit. In dieser Wohnung hat sich also der eine schon verwirklicht – und das ist eine enorme Herausforderung für beide. Denn wie ziehe ich da ein: als Gast, als gleichsam geduldeter Mitbewohner oder als tatsächlich gleichberechtigter Partner? Wie schafft man es, dass beide diese Wohnung anschließend als ihre gemeinsame empfinden? Das ist ein Balanceakt.

Und das historische Sofa von Oma, das einer unbedingt platzieren will, wird dann zur Nagelprobe für die Beziehung?

Oh ja. Es kann zu einem echten Brandherd werden. Denn es geht ja nicht nur um das Möbelstück. Darin steckt auch persönliche Identität, die vom Partner akzeptiert wird oder eben...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2018: Diese Wohnung tut mir gut!
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