Gefährliche Freunde

Nicht nur traumatische Erfahrungen mit den eigenen Eltern, auch belastende Freundschaften in jungem Alter können schwerwiegende Folgen haben.

Freundschaft ist eine Ressource. Doch viele Jugendliche haben Freunde, die ihnen nicht guttun. ©Daniel Balzer

Die Sehnsucht nach engen Freunden ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Schon das älteste literarische Werk der Menschheitsgeschichte, das bald 4000 Jahre alte sumerische Gilgamesch-Epos, handelt von der Freundschaft zwischen dem Götterkönig Gilgamesch und dem Naturmenschen Enkidu. Auch in der Antike war die innige Verbindung zweier Freunde eines der wichtigsten Themen der rhetorischen Künste. „Was ist ein Freund? Ein anderes Ich. Zwei Seelen in einer“, schrieb Cicero über seinen besten Freund Atticus. Auch heute ist der Wunsch nach engen Freundschaften noch ungebrochen.

Freunde sind manchmal Entwicklungshelfer, wichtige Alltagsstützen und oft sogar Retter in der Not. Häufig begleiten sie uns von der Jugend bis ins Erwachsenenalter und sind gelegentlich sogar wichtiger für uns als unsere Herkunftsfamilie. „Freundschaften sind eine der zentralen Schaltstationen des sozialen Zusammenhalts“, sagt der Soziologe Heinz Bude.

„Best friend forever

Gerade in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter spielen die besten Freunde eine besonders wichtige Rolle. Sie helfen, die Turbulenzen der Pubertät zu bewältigen und in Abgrenzung zu den Eltern eigene Identitäten und Meinungen zu festigen. Im Alter zwischen 13 und 25 Jahren ist der oder die „BFF“ – best friend forever – sogar absolut unab­dingbar. Vor drei Jahren zeigte die Shell-Jugendstudie, dass 89 Prozent aller Jugendlichen es besonders wichtig finden,...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2019: Die Kraft des Atmens
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