Wir Gutgläubigen

Falsche Nachrichten werden in sozialen Netzwerken mutwillig gestreut und entwickeln sich zu subjektiven Wahrheiten. Warum funktioniert das? Weshalb sind wir nicht misstrauischer?

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Falsche Nachrichten werden in sozialen Netzwerken mutwillig gestreut und entwickeln sich zu subjektiven Wahrheiten. Warum funktioniert das? Weshalb sind wir nicht misstrauischer?

Falsche Nachrichten sind eines der großen Themen unserer Tage – auch und gerade mit Blick auf den bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Unzählige dieser sogenannten fake news werden in sozialen Netzwerken im Internet mutwillig gestreut, zuweilen versandt von Computerprogrammen, sogenannten ­social bots. Vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen beispielsweise wurde auf Facebook fast eine Million Mal eine Botschaft geteilt, derzufolge Papst Franziskus angeblich Donald Trump unterstütze. Frei erfunden! „Solche Falschnachrichten beeinflussen die Meinungen und Haltungen der Leute ganz sicher“, erklärt Lisa Fazio von der Vanderbilt University in den USA.

Psychologen wie sie und Politologen haben in den vergangenen Jahren ein ums andere Mal ermittelt, wie leicht sich nachweisbare Lügen und halbgare Informationen in unser Gehirn einbrennen und zu subjektiven Wahrheiten avancieren. „Man sollte unbedingt wissen, dass es diese Illusion der Wahrheit gibt“, sagt der britische Psychologe Tom Stafford von der University of Sheffield, „und sich daran erinnern.“ Das ist vor allem dann wichtig, wenn es um wichtige politische oder gesellschaftliche Themen, Meinungen und Entscheidungen geht.

Wir sind umringt von zweifelhaften Informationen, nicht erst seit den Zeiten des Internets. Sie werden gestreut von der Werbung, von klassischen Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und TV, im Netz – oder, ganz altbacken, in Unterhaltungen mit Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen. Nicht...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 4/2017: Lebenskunst
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