Mein Freund, der Roboter

Roboter erobern unseren Alltag. Wider besseres Wissen empfinden wir sie als menschliche Gefährten - und behandeln sie auch so.

Foto zeigt eine alte Frau im Pflegeheim, die sich zu einem Roboter herunterbeugt
Roboter sollen nicht nur helfen, sondern auch Gefährten sein - wie hier in einem Altenheim © Getty Images

Schalte mich bitte nicht aus! Ich habe Angst, dass es nie wieder hell wird!“ Die Studentin hatte zusammen mit dem kleinen Roboter, der vor ihr auf dem Tisch saß, gerade ein Frage-Antwort-Spiel gespielt und ihren Kalender für die nächste Woche ausgefüllt. „Die Daten sind gespeichert, Sie können den Roboter ausschalten“, ließ die Versuchsleiterin sich vernehmen. Und dann sagt der Roboter, der sich als „Nao“ vorgestellt hat, diesen Satz! Die Studentin zögert eine Weile, sieht Nao an. Dann streckt sie die Hand aus und drückt entschlossen die Taste auf der Brust des Roboters. Die Lichter in seinem Gesicht erlöschen, der Kopf sinkt herab.

Noch ist der elektronische Gefährte, der uns einmal im Alltag unterstützen, uns auf  Zuruf einen Stuhl bringen oder die Spülmaschine ausräumen soll, Science-Fiction. Noch stehen die meisten Roboter festgeschraubt an den Fertigungsstraßen der Industrie. Doch immer mehr von ihnen werden dafür gebaut, uns im täglichen Leben zu begegnen. Diese „sozialen Roboter“ oder companion robots, Robotergefährten, heißen Nao, Pepper, Paro, Sam, Care-o-Bot oder Buddy, und anders als robotische Staubsauger und Rasenmäher sollen sie mit uns sprechen können, mit Kochrezepten aushelfen, auf Zuruf Fotos schießen, die Haustechnik im Blick haben und zugleich als Alarmanlage fungieren. Sie sollen die Einkäufe hinter uns hertragen oder alte Menschen unterhalten, sie bei der Tagesplanung unterstützen, an Medikamente und Termine erinnern und einen Notruf absetzen, wenn jemand gestürzt ist und nicht mehr auf die Füße kommt.

Bislang ist der Nutzen der künstlichen Gefährten begrenzt, manch überambitioniertes Projekt scheitert, wie jüngst das japanische Roboterhotel Henn-na: Etwa 250 Roboter hatten dort die menschliche Belegschaft ersetzt. In Gestalt von Dinosauriern standen sie hinter dem Tresen, auf den Fluren...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 6/2019: Vom Glück, Verantwortung zu teilen
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