VW & Co: Das Desaster steckt im System

Warum Autobauer ihre Kunden betrogen haben und Großprojekte wie der Hauptstadtflughafen noch immer nicht fertig sind: Eine Analyse des Versagens aus Sicht eines Organisationspsychologen

VW & Co: Das Desaster steckt im System

Warum Autobauer ihre Kunden betrogen haben und Großprojekte wie der Hauptstadtflughafen noch immer nicht fertig sind: Eine Analyse des Versagens aus Sicht eines Organisationspsychologen

Deutsche Ingenieure besitzen international den Ruf von Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Kompetenz. Umso tiefer saß der Schock über die Täuschungssoftware, die vom Autokonzern VW in Fahrzeuge eingebaut wurde. Der daraus resultierende Abgasskandal ist nicht die einzige Hiobsbotschaft aus der deutschen Wirtschaft. Auch Großprojekte wie der Flughafen Berlin-Brandenburg oder die Elbphilharmonie machten mit eklatanten Bau- und Planungsfehlern Schlagzeilen. Viele haben diese Meldungen überrascht. Mich nicht.

Ich arbeitete als Personalleiter in dem einst so respektierten niederländischen Bankensektor, als dieser 2008 zusammenbrach. Damals wurden in Banken die Regeln der Psychologie genauso missachtet, wie es heute bei VW und anderswo geschieht. Ein Jahrhundert psychologischer Forschung versetzt in die Lage, sowohl Ursachen als auch Präventionsmöglichkeiten zu nennen. Es reicht dabei nicht aus, individuelles Fehlverhalten zu betrachten. Ob sich Mitarbeiter unethisch verhalten, hängt entscheidend von Strukturen, Regeln und Gepflogenheiten der gesamten Organisation ab.

Es beginnt mit dem Management

Was würden wir sehen, wenn wir in den Kopf einer Führungskraft schauen könnten? Was bewegt sie? Vielleicht das Bedürfnis, Kunden, Wähler oder Auftragsgeber zufriedenzustellen? Oder das Streben nach Geld? Bereits in den 1960er Jahren untersuchte der…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2016: Ich und glücklich?
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