„Der Kampf gegen den Bedeutungsverlust“

Reichsbürger negieren das Land, in dem sie leben. Kriminalpsychologe Jan-Gerrit Keil erklärt im Interview, was tatsächlich hinter der politischen Ideologie steht.

Ein Reichsbürger trägt auf einer Demonstration am Brandenburger Tor eine gelbe Weste mit Deutschland-Symbol und zwei Flaggen
Am Brandenburger Tor versammeln sich wöchentlich Reichsbürger mit ihren Flaggen. © imago images/snapshot

Herr Keil, weshalb beschäftigen Sie sich als Psychologe mit den Reichsbürgern?

In Brandenburg gab es 2013 einen Fall, bei dem sich ein Reichsbürger das Leben nahm. In seinem Abschiedsbrief behauptete er, dass er nun eine Zeitreise durch die Matrix mache und in Gestalt eines NS-Soldaten ins „Dritte Reich“ gehe, um dort den Gang der Geschichte zu beeinflussen. Die Polizeibeamten, die mit dem Fall betraut waren, glaubten, dass da mehr dahintersteckte als eine politische Ideologie. Ich wurde…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 12/2020: So gelingt Entspannung
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