Im Fokus: Klima-Rebound

Klimafreundlicher leben durch effizientere Technik, das klappt oft nicht. Lesen Sie im Interview, warum und wie es trotzdem gelingen kann.

Ein Mann wäscht fröhlich gemeinsam mit einem kleinen Jungen seinen schwarzen SUV
Oft besteht eine große Lücke zwischen eigenem ökologischen Anspruch und Lebenswirklichkeit. © Westend61/Cavan Images

Frau Dütschke, unsere Häuser, Autos und Haushaltsgeräte werden immer effizienter und trotzdem sparen wir seit Jahrzehnten insgesamt kaum Energie ein. Woran liegt das?

Wer sich ein effizienteres Fahrzeug oder Gerät kauft, verändert in der Folge oft seinen Umgang damit. Ein sparsameres Auto verleitet dazu, es häufiger zu fahren. Oder die Wahl fällt auf ein größeres Modell. Das führt dazu, dass die Energieeinsparung, die man sich ausgerechnet hat, in Wirklichkeit kleiner ausfällt – das ist der direkte Rebound-Effekt. So bezeichnen wir eine stärkere Nachfrage nach dem gleichen Gut, das effizienter und damit auch billiger geworden ist. Denkbar ist auch, dass dieser Effekt von einem Bereich auf einen anderen Bereich überspringt.

Was meinen Sie damit?

Nehmen wir an, ich ersetze meinen alten Diesel durch einen Hybridwagen und nutze diesen sparsameren Wagen genauso wie meinen alten. Aber gleichzeitig verbrauche ich jetzt an anderer Stelle mehr Energie, weil ich ja schon beim Autofahren so klimafreundlich bin. Ich fliege zum Beispiel häufiger.

Wann hat die Rebound-Falle bei Ihnen selbst zuletzt zugeschnappt?

Ich habe mir einen neuen, hocheffizienten Kühlschrank gekauft – und den alten in den Keller gestellt. Damit habe ich aber überhaupt keinen Strom gespart! Eigentlich hätte ich den alten abschalten sollen. Ich würde aber behaupten, dass ich ihn brauche, weil ich drei Kinder habe und der Kühlschrank zu klein geworden ist. Aber hier fangen schon die psychologischen Abwehrstrategien an.

Bei welchen Einsparungen fällt der Rebound-Effekt denn besonders ins Gewicht?

Für einen einzelnen Haushalt ist der Effekt am stärksten beim Autofahren. Wenn das Autofahren günstiger wird, wird viel mehr gefahren. Manche Studien finden hier Effekte von mehr als 50 Prozent. Bei der…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 8/2021: Sich wieder nah sein
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