Die heilende Kraft der Meditation

Meditation macht den Geist frei und gewinnt zunehmend Bedeutung als Heilmittel. Doch wie schafft man es, diese mentale Praxis in sein Leben zu integrieren?

Meditation hat viele positive Effekte – für den Geist und den Körper. © Karsten Petrat

Die heilende Kraft der Meditation

Meditation macht den Geist frei. Das stimmt und ist doch nur ein Teil der Wahrheit. Zunehmend wird die Bedeutung dieser ­mentalen Praxis als Heilmittel deutlich. Wer gesund werden oder bleiben will, sollte Meditation in sein Leben integrieren. Nur, wie schafft man das?

Das ist das Ende Ihrer Karriere.“ Diesen Satz bekam der amerikanische Psychologe und Hirnforscher Richard Davidson Anfang der 1970er Jahre von seinem Doktorvater zu hören, als er ihm sein Dissertationsthema „Wie wirkt Meditation?“ präsentierte. Heute ist Meditation als Forschungsobjekt kein Karrierehindernis mehr – fast täglich erscheinen neue, eindrucksvolle Belege dafür, dass Meditation eine heilende Kraft für Körper und Seele ist. Und Davidson gilt inzwischen als Star in der internationalen Meditationsforscherszene.

Dass die Fokussierung auf ein Meditationsobjekt, den Atem beispielsweise, die Konzentrationsfähigkeit steigert, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Viel aufregender findet Richard Davidson die neuen Hinweise, dass Meditation die Art und Weise, wie wir mit uns selbst, unserem Körper, unserer Gesundheit und anderen umgehen, radikal verändern kann. Fast täglich erscheinen neue eindrucksvolle Belege dafür, dass Gesundheit im Kopf beginnt und mentales Training Spuren im Gehirn hinterlässt. MRT-Aufnahmen zeigen, dass regelmäßige Meditation zahlreiche Hirnregionen verändert und jede Meditationsform auf unterschiedliche Weise die Architektur des Gehirns und damit langfristig auch das Verhalten beeinflusst. Nicht nur wenn wir Tango tanzen oder ein neues Instrument lernen, bilden sich im Gehirn neue Verknüpfungen, auch bei der Übung der Versenkung, bei der scheinbar nichts passiert, ist das Gehirn hochaktiv. So aktiviert beispielsweise die Mitgefühlsmeditation, bei der man sich bedingungslos für das eigene Wohlergehen und das aller anderen öffnet, den Übergangsbereich zwischen Schläfen- und Scheitellappen und stärkt die innere Balance und die Bereitschaft, aktiv zu helfen. Gemeinsam mit Daniel Goleman hat Davidson jetzt das Buch Altered Traits veröffentlicht. Darin beleuchtet das Autorenduo erfrischend kritisch und differenziert den aktuellen Forschungsstand zur Meditation und filtert die stärksten Befunde mit der größten Relevanz heraus.

Schmerzmittel

Als besonders eindrucksvoll bewerten Davidson und Goleman eine Studie, in der das Schmerzempfinden von Zenmeditierenden getestet wurde. Im Vergleich zu anderen Probanden reagierten die Zenmeditierenden auf Schmerzreize wie auf neutrale Empfindungen. Eine mögliche...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2018: Heilkraft Meditation
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