Schluss mit dem Dauergrübeln!

Wir haben die Gabe, gedanklich durchzuspielen, was auf uns zukommt. Manchen Menschen wird das zum Fluch: Ständig zieht eine Schleife von Sorgen durch ihren Kopf. Was hilft gegen die Grübelei?

Schluss mit dem Dauergrübeln!

Wir haben die Gabe, gedanklich durchzuspielen, was auf uns zukommt. Manchen Menschen wird das zum Fluch: Ständig zieht eine Schleife von Sorgen durch ihren Kopf. Was hilft gegen die Grübelei?

Spätabends war es immer am schlimmsten. Wenn Frauke Schmidt (Name geändert) in ihrem Bett lag und vergeblich versuchte, ein bisschen Schlaf zu finden, kamen die Bilder. Sie sah sich schon am nächsten Vormittag im Büro sitzen, müde und unkonzentriert. Sie würde Fehler machen. Bestimmt würde der Chef sie wieder zu sich rufen – so wie neulich, als sie einen wichtigen Kundentermin vergessen hatte – und ihr ins Gewissen reden. Oder würde er ihr dieses Mal womöglich mitteilen, dass er sich leider von ihr trennen müsse?

Wie sollte es dann bloß finanziell weitergehen? Die Kinder brauchten dringend neue Anziehsachen. Und ihr großer Sohn ein neues Fahrrad. Mit dem alten klapprigen würde er sonst am Ende noch einen Unfall bauen. Außerdem schien der Elektroherd, den sie seit fast zwanzig Jahren besaß, allmählich seinen Geist aufzugeben.

Beim Thema Herd fiel ihr ein, dass ihre Mutter jetzt bereits zweimal innerhalb weniger Wochen vergessen hatte, den Backofen auszustellen. Eigentlich konnte sie nicht länger allein wohnen bleiben. Was, wenn sie irgendwann mitsamt ihrem Haus in Flammen aufging? Aber in ein Heim wollte ihre Mutter auch nicht. Was sollte sie, Frauke, bloß mit ihr machen? Sie konnte sie doch unmöglich zu sich holen – ihre Wohnung war jetzt schon viel zu klein. Da wäre Streit doch programmiert.

Und an Zeit, um sich um die Mutter zu kümmern, fehlte es ihr ebenfalls. Morgen musste sie nach der Arbeit noch den wöchentlichen Großeinkauf erledigen. Der Korb mit der Schmutzwäsche quoll auch schon wieder über. Und stand für diese Woche nicht sogar noch ein Arzttermin mit ihrer Tochter an?...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 10/2017: Narzissten
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