Digitale Therapie

​Die Digitalisierung hat auch die Psychotherapie erreicht. Immer mehr Anbieter versprechen Hilfe übers Internet. Was bieten die Programme wirklich?

Unkompliziert, ortsunabhängig, rund um die Uhr: Die Angebote versprechen größtmögliche Flexibilität. © Marion Wagner

Digitale Therapie

Die Digitalisierung macht auch vor der Psychotherapie nicht halt. Immer mehr Anbieter versprechen Hilfe übers Internet – unkompliziert, ortsunab-hängig, rund um die Uhr. Was bieten diese Programme wirklich? Annäherung an einen unübersichtlichen Markt

Wir kaufen Schuhe online, feiern Geburtstag auf Facebook, lesen Nachrichten und verlieben uns sogar im Internet – warum sollte es nicht auch möglich sein, psychische Erkrankungen digital zu behandeln? „E-Mental-Health“ lautet das Stichwort, unter dem immer mehr solcher Interventionsprogramme auf den Markt kommen. Oft ist in der Berichterstattung darüber pauschal von „digitaler Therapie“ die Rede – selbst wenn die Angebote keine Psychotherapie im engeren Sinne bieten. Für Hilfesuchende ist es deshalb schwer zu unterscheiden, welchen Nutzen sie erwarten dürfen, wenn sie ein bestimmtes Programm wählen.

Ein erstes Orientierungsmerkmal ist der Grad der Automatisierung. Sogenannte Onlinetherapien etwa befördern das therapeutische Gespräch aus der analogen Welt ins Internet: Therapeut und Patient kommunizieren per Skype, Chat oder E-Mail – automatisiert ist hier nichts. Die Angebote reichen vom einmaligen psychologischen Beratungsgespräch bis zur erstattungsfähigen Ferntherapie mit einem approbierten Psychotherapeuten. Auch Psychotherapeuten mit eigener Praxis führen teilweise Videositzungen statt herkömmlicher therapeutischer Gespräche durch, um Patienten eine lange Anfahrt zu ersparen. Als Anbieter treten Start-up-Unternehmen, Krankenkassen oder Praxen auf.

Der Psychologe Thomas Berger von der Universität Bern erkennt in dieser video- oder chatgestützten Behandlung zwar Vorteile, sieht aber auch viele Nachteile. So hat beispielsweise der fehlende physische Kontakt zwar einen enthemmenden ­Effekt – Patienten kommen schneller auf den Punkt. Weil...

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2018: Die Kraft des Verzeihens
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