Selbstversuch: Digitale Therapie

Wie fühlt es sich an, sich von einem Online-Programm helfen zu lassen? Psychologie Heute-Autorin Wibke Bergemann hat es ausprobiert.

Digitale Therapie – ein Selbstversuch

Wie fühlt es sich an, sich von einem Selbsthilfeprogramm online helfen zu lassen? Wibke Bergemann hat es ausprobiert.

Wibke Bergemann hat sich für Ausgabe 9/2018 von Psychologie Heute mit neuen, digitalen Ansätzen in der Psychotherapie beschäftigt. Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie Selbsthilfeprogramme arbeiten, die vermehrt im Internet angeboten werden, hat sie sich probeweise bei Deprexis eingeloggt und die Module des Angebots durchgearbeitet. Ihre Erfahrungen vermitteln einen ersten Eindruck, was man erwarten kann, wenn man sich dafür entscheidet, dieses oder ähnliche Programme zu nutzen.

Deprexis ist laut dem Gesundheitsunternehmen Gaia, das es vertreibt, ein unbegleitetes „Therapieprogramm“ gegen Depressionen. Das Programm kostet 279,- Euro, für Versicherte der DAK, der IKK Südwest und einiger privater Krankenversicherungen ist es kostenlos. Der Nutzer arbeitet sich selbständig durch zehn Lektionen zu Themen wie Verhaltensaktivierung, Umdenken lernen, Probleme lösen, Akzeptanz und Achtsamkeit, Traumarbeit oder Kindheit und Jugend.

Es wird empfohlen, eine Lektion pro Woche durchzuarbeiten und zwischen den Sitzungen weiter zu üben. Je nachdem wie gründlich man sich mit den Fragen auseinandersetzt, kann eine Sitzung fast eine Stunde dauern. Dazu kommen ein wöchentlicher Fragebogen zum Befinden sowie Entspannungsübungen.

Test mit Einschränkungen

Es ist ein Selbstversuch mit Einschränkungen: Die Autorin leidet nicht an Depressionen, für deren Behandlung das Programm eigentlich entwickelt wurde. Im Gegensatz zur eigentlichen Zielgruppe musste sie nicht mit großer Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder sehr negativen Gedanken kämpfen.

Weil der kostenlose Pressezugang nur drei Tage statt drei Monate lief, musste sich die Autorin zudem ungewöhnlich schnell durch das Programm arbeiten. Außerdem verzichtete sie auf die regelmäßigen motivierenden SMS, die Nutzer sich schicken lassen können. Trotzdem erlebte sie eine aufschlussreiche Begegnung mit den eigenen Schattenseiten. Ein Ausschnitt.

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 9/2018: Die Kraft des Verzeihens
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