Meditation soll nicht nur entspannen

Meditation sollte nicht als eine Gesundheitskompetenz funktionalisiert werden, warnt der Mediziner Joachim Galuska

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„Meditation wurde nicht entwickelt, damit Menschen entspannter sind“

Meditation sollte nicht als eine Gesundheitskompetenz funktionalisiert werden, warnt der Mediziner Joachim Galuska. Denn damit beschneide man das revolutionäre Potenzial dieser mentalen Praxis

Herr Galuska, Sie haben als Klinikleiter Pionierarbeit geleistet, um Meditation in die Psychotherapie zu integrieren. Inzwischen ist Meditation ein Megatrend. Wie bewerten Sie den gegenwärtigen Hype?

Ich freue mich darüber, dass etwas gesellschaftsfähig geworden ist, wofür ich in den neunziger Jahren viel Prügel bezogen habe. Von Anfang an habe ich mich für ein ganzheitliches Therapiekonzept eingesetzt, das Meditation integriert. Dafür wurde ich heftig kritisiert und der Esoterik bezichtigt.

Wie haben Sie Meditation genau in der Klinik eingesetzt?

Alle Patienten bekamen eine Einführung in Achtsamkeit und hatten dann die Möglichkeit, morgens eine halbe Stunde lang an einer stillen Meditation teilzunehmen oder am Nachmittag diverse Meditationsformen mit Bewegung und Stimme auszuprobieren. Die Patienten, die Achtsamkeitsmeditation praktiziert haben, waren sehr erfreut, dass sie irgendwann ihre Gefühle beobachten konnten, ohne von ihnen überwältigt zu werden. Der innere Beobachter, der sich in der Meditation entwickelt, ist sehr hilfreich, um sich aus dem aktuellen Geschehen zu lösen und es zu betrachten. Dann fühlt man sich nicht mehr ausgeliefert und gewinnt eine heilsame Distanz. Diese Erfahrungen haben uns ermutigt, Meditation als genuines Element einer stationären Behandlung anzubieten.

Einen inneren Beobachter, der oft als ein innerer Kritiker fungiert, kennen die meisten. Sie sprechen aber von einer anderen Art des Beobachtens, oder?

Wir haben von Anfang an eingeführt, dass man jede Meditation mit einer wohlwollenden Haltung sich selbst gegenüber beginnt. Wir…

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