Stumme Gefährten

Meist sind sie einfach nur da, unsichtbar und schweigsam. Manche sind furchterregend, andere erscheinen wie gütige Helfer und Tröster. Was steckt dahinter, wenn Menschen bisweilen den unumstößlichen Eindruck haben, von einem stummen Begleiter umgeben zu sein?

Stumme Gefährten

Meist sind sie einfach nur da, unsichtbar und schweigsam. Manche sind furchterregend, andere erscheinen wie gütige Helfer und Tröster. Was steckt dahinter, wenn Menschen bisweilen den unumstößlichen Eindruck haben, von einem stummen Begleiter umgeben zu sein?

Endlich muss ich in einen unruhigen, albtraumdurchwobenen Schlummer gefallen sein; und langsam aus ihm erwachend, noch halb versunken in Träumen, öffnete ich die Augen. Das zuvor sonnenbeschienene Zimmer war jetzt von Dunkelheit umhüllt. Augenblicklich spürte ich, wie ein Schrecken meinen gesamten Körper durchlief. Nichts war zu sehen, und nichts war zu hören; doch eine übernatürliche Hand schien auf der meinen zu ruhen. Mein Arm lag auf der Decke, und die namenlose, unvorstellbare, stumme Gestalt oder Erscheinung, zu der die Hand gehörte, schien nah an meiner Bettseite zu sitzen … Ich weiß nicht, wie dieser Sinneseindruck schließlich entschwand, doch als ich am Morgen aufwachte, erinnerte ich mich an alles, und tage- und wochenlang verlor ich mich in wechselnden Versuchen, den rätselhaften Vorfall zu erklären. Ja bis zum heutigen Tag zerbreche ich mir darüber oft den Kopf. Herman Melville: Moby Dick

Da ist jemand; an deiner Seite oder genau hinter dir. Ein Empfinden, ein Eindruck von einer Person oder Instanz, unhörbar und unsichtbar. Eine solche Begegnung ist eine der ungewöhnlichsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann, und dennoch auch eine, die vielen von uns vertraut ist. Diese…

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Dieser Artikel befindet sich in der Ausgabe: Psychologie Heute 3/2017: Schwäche zeigen!
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